01.04.2020

Archäologie „going digital“

Erfolgreiche EXARC-Tagung im Web statt im Museumsdorf

Am 26. und 27. März fand die Jahrestagung des Internationalen Netzwerks für archäologische Freilichtmuseen, Experimentelle Archäologie und Lebendige Geschichte (EXARC) statt. Unsere wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Heeb, zugleich EXARC-Vorstandsmitglied, übernahm die Organisation der Konferenz gemeinsam mit Roeland Paardekooper, dem Direktor der EXARC. Geplant waren praktische Workshops im Museumsdorf Düppel, Vorträge an der FU Berlin sowie eine Führung durch das Märkische Museum für früh anreisende Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer. Die Corona-Krise schien der Veranstaltung dann einen Strich durch die Rechnung zu machen. Aber anstatt die Konferenz zu verschieben oder gar abzusagen, wurde sie kurzerhand in die virtuelle Welt verlegt. Die Vorträge wurden digital auf YouTube veröffentlicht. Insgesamt waren es ca. 500 Arbeitsstunden (EXARC-Büro, EXARC-Vorstand und Freiwillige), die für die digitale Vorbereitung in den zwei Wochen vor der Tagung geleistet wurden.

Online-Kanäle und digitale Plattform

Über eine umfangreiche Social-Media-Kampagne sowie über verschiedene Newsletter und Mail-Verteiler wurde für die öffentlich zugängliche Tagung geworben. Auf der EXARC-Homepage wurden links zu den YouTube-Videos eingebettet, begleitet von einem detaillierten Programm mit den Uhrzeiten der Übertragung und weiterführenden Links zu den Zusammenfassungen der Vorträge. Zudem wurde ein eigener Server mit verschiedenen Kanälen für die Übertragung von Audio- und Textinhalten eingerichtet, betreut von sieben Moderatoren.

Trotz kleinerer Probleme am Eröffnungstag konnte man am Ende stolz zusammenfassen, dass während der offiziellen Konferenzzeiten bis zu 150 Personen direkt beteiligt waren – und das, obwohl es für die analoge Konferenz nur ca. 70 Anmeldungen gegeben hatte. Auf YouTube wurden rund 1.100 Personen erreicht, die Videos erzielten ca. 4.500 Aufrufe (Stand 29. März 2020).

Besonders erfolgreich war ein Workshop zum Thema „Regional Handeln für globale Nachhaltigkeit in Museen“ ( „Local Action for Global Sustainability in Museums”). Durchgeführt von Rebecca Thonander (NEMO) und Caitlin Southwick (Ki Culture), ging es in dem Workshop um Nachhaltigkeitsziele und wie sie speziell für (Freilicht)museen umgesetzt werden könnten. Rebecca Thonander stellte die Initiative „museumsforfuture“ vor.

Positives Feedback

Insgesamt gab es viel positives Feedback zu der digitalen Tagung, und für das Stadtmuseum Berlin als Veranstalter- lohnt es sich festzuhalten, dass die Erfahrung definitiv eine sehr wertvolle war. Digitale Tagungen und Workshops haben hier bewiesen, dass sie eine sehr gute Lösung für die museale Praxis sein können. Gegenüber analogen Konferenzen haben sie den Vorteil einer deutlich weiteren Reichweite, und die Diskussionen können automatisch dokumentiert werden. Auf der anderen Seite machte sich das Fehlen persönlicher Begegnung zum Austauschen oder Vernetzen negativ bemerkbar. Viele Ideen, die sich sonst im direkten Gespräch oder beim gemeinsamen Abendessen entwickeln, konnten so nicht entstehen. Dennoch konnte die improvisierte Konferenz unterm Strich als sehr erfolgreich gewertet werden.

Mehr über die Tagung auf der EXARC-Website (auf Englisch)

< Zurück zur Übersicht

Kontakt

Dr. Julia Heeb

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

030 80496062
Frau am Computerarbeitsplatz
Aktuell
neue Rubrik
Digitale Angebote

Berlins Geschichte online entdecken!

© Stadtmuseum Berlin
Nichts mehr verpassen:
Newsletter abonnieren!
Screenshot der Sammlung Online
Sammlung Online

Erkunden Sie die Sammlung des Stadtmuseums Berlin – zu Hause oder unterwegs. 
> Recherche starten