22.11.2018

Berlin 18/19 – Das lange Leben der Novemberrevolution

Pressemitteilung

Im Herbst 1918 begann in Berlin der Aufbruch in eine moderne Demokratie. 100 Jahre danach begibt sich das Märkische Museum auf eine Entdeckungsreise von der revolutionären Hauptstadt der damals neu entstehenden Republik bis in die heutige Zeit.

Berlin 18/19 – Das lange Leben der Novemberrevolution beleuchtet das Großstadtleben im Spannungsfeld von Kriegsnachwirkungen, Demokratisierung und Gewalteskalation. Die kurze Phase revolutionärer Umwälzungen wirkte lange nach und prägte politische Kämpfe und künstlerische Reflektionen über Jahrzehnte.

Mit der zentralen Ausstellung im Rahmen des Berliner Themenwinters 100 Jahre Revolution Berlin 1918/19 präsentiert das Stadtmuseum Berlin ein weiteres bedeutendes Thema der politischen Stadtgeschichte: „Wir freuen uns, dass wir neben Martin Düspohl, dem ehemaligen Leiter des Friedrichshain-Kreuzberg-Museums, auch den Historiker Gernot Schaulinski als Kurator dieser Ausstellung gewinnen konnten, der im letzten Jahr bereits die erfolgreiche Ausstellung Berlin 1937 realisierte“, so Direktor Paul Spies. 

 

Hundertjähriges Zeitpanorama

In drei Themeneinheiten entwirft die Ausstellung ein hundertjähriges Zeitpanorama über Systemwechsel und Grenzmauern hinweg. Revolutionsalltag thematisiert die Situation der Menschen in Berlin nach dem 9. November 1918. Die Folgen des Ersten Weltkriegs bestimmten die Lebenswirklichkeit der Stadtgesellschaft – sie hatten direkte Auswirkungen auf die Artikulierung politischer Forderungen und Programme.

Verlief die Revolution im November noch fast unblutig, steigerten sich die Konflikte in den Folgemonaten zum Bürgerkrieg mit Hunderten Opfern allein in Berlin. Gewalteskalation untersucht die Hintergründe des Januaraufstandes 1919 und der folgenden Märzkämpfe, bei denen sogar schwere Kriegswaffen zum Einsatz kamen.

Die dritte Themeneinheit widmet sich der Novemberrevolution als Projektionsfläche für die folgenden Jahrzehnte. In der Weimarer Republik zählte sie zum festen Motiv-Repertoire erbittert ausgetragener Parteienkämpfe. Die Nationalsozialisten verfolgten Andersdenkende als „Novemberverbrecher“ und ließen Symbole der Revolution zerstören. Nach 1945 erinnerte man sich der Ereignisse von 1918/19 in Ost und West des nun geteilten Deutschlands sehr unterschiedlich. 

 

Original, multimedial, provokativ

Als chronologische Zeitreise präsentiert die Ausstellung rund 60 faszinierende Originalobjekte sowie historische Filme und nachgesprochene Zeitzeugenberichte. Vertiefende Informationen lassen sich multimedial erschließen. Überraschende und provokative Interventionen regen zum Nachdenken an: Was bedeutet es, sich gegen die Konventionen oder die bestehende Ordnung zu wenden? Verschiedene Stationen ermöglichen es, sich selbst zu befragen, Erfahrungen zu sammeln oder sich ihrer zu erinnern.

Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Führungen, Buchvorstellungen, Video-Bustouren und Stadtspaziergängen ergänzt die Ausstellung und greift weiterführende Themen auf. Dabei erfahren Sie unter anderem, welche Spuren die Novemberrevolution in den Werken von Alfred Döblin und Bertolt Brecht hinterlassen hat. 

 

Revolution und Protest in der Gegenwart

Im Studio Revolution nehmen Jugendliche hundert Jahre Novemberrevolution zum Anlass, sich aus ihrer Perspektive mit Revolution und Formen von Protest in der Gegenwart auseinanderzusetzen. Aus ganz unterschiedlichen Familiengeschichten und sehr persönlichen Blickwinkeln heraus haben sie als Junior-Kuratoren Stationen und Kunstwerke erarbeitet, die sie nun im Rahmen der Sonderausstellung zeigen. Zu sehen sind auf Film gebanntes Schattentheater sowie Modelle und Soundaufnahmen zu ihren Wünschen und Erwartungen an die Zukunft. Begleitet von Mentorinnen für Junior-Kuratoren nutzen die Jugendlichen das Museum in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern aktiv als Gestaltungsraum.

< Zurück zur Übersicht

Kontakt

Judith Kuhn

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

030 24002 215

Downloads