04.07.2017

Berlin-Bilder von F. Albert Schwartz

Findbuch des Fotografen jetzt vollständig digitalisiert

Fast 70 Jahre nach dem Ankauf ist ein besonderes Stück aus der Fotografischen Sammlung des Stadtmuseums Berlin nun digitalisiert und damit erstmals online zugänglich: eines der ursprünglich mindestens 15 sogenannten Find- und Vorlagenbücher des Fotografen F. Albert Schwartz (1836 – 1906), der die Entwicklung Berlins von der beschaulichen Residenzstadt zur heranwachsenden Metropole für die Nachwelt festgehalten hat.

Friedrich Albert Schwartz gilt als der herausragende Berliner Stadtbildfotograf des 19. Jahrhunderts. Mit seinem Werk legte er einen Grundstock für das historische Bildgedächtnis Berlins. Auch wenn seine Fotografien immer wieder in Ausstellungen gezeigt und publiziert werden, so ist doch sein eigentlicher Nachlass verloren – der Schatz gläserner Negative. Umso wertvoller ist der äußerlich unscheinbare, abgegriffene Band mit der großen 15 auf dem Rücken.

Als Firmenrepertorium war er für den internen Gebrauch bestimmt. Schwartz bot daraus seinen Kunden – Museen, Archiven und Geschichtsvereinen sowie privaten Sammlern, aber auch kleineren und größeren Industrie-, Handwerks- und Handelsbetrieben – seine Bilder an. Die Reihenfolge der fast 360 enthaltenen Kontaktkopien erscheint willkürlich. Als ergänzendes Hilfsmittel muss eine nicht mehr vorhandene Zettelkartei gedient haben, die das Auffinden der mindestens 2.400 Motive seines Gesamtarchivs erleichterte, wenn Kunden Bilder zur Auswahl vorgelegt werden sollten. 

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Einzigartiger Fotoband

Die Aufnahmen in dem Findbuch mit der Nummer 15 stammen aus den Jahren 1865 bis 1903. Angelegt wurde es in den 1880er Jahren, auf dem Gipfel des beruflichen Erfolges von Schwartz. Die Gebrauchs- und Altersspuren sind nach dieser langen Zeit deutlich sichtbar: Das Albuminpapier der Aufnahmen ist vergilbt, die Karton-Seiten sind brüchig, an den Griffrändern gibt es Fehlstellen.

In der Sammlung online des Stadtmuseums Berlinkann man jetzt in dem einzigartigen Fotoalbum blättern, dessen Versicherungswert auf 144.000 Euro geschätzt wird. Gleichzeitig bleibt es künftig vor weiteren Schäden durch physischen Gebrauch bewahrt und ruht vor Licht geschützt bei einer konstanten Raumtemperatur von 18˚ Celsius im Depot.

Die Digitalisierung ist zentraler Bestandteil der Strategie des Stadtmuseums Berlin, mit der seine seit 1874 gewachsene Sammlung künftig weit stärker als bisher für Forschung und Berlin-Interessierte sichtbar werden soll.

Hinweis: Neben dem Fotoalbum zum Blättern sind in der Sammlung online auch die Einzelbilder verfügbar, jeweils datiert, betitelt und um teils umfangreiche historische Kommentare ergänzt. Zu erkennen sind sie am Bildrand und der vergilbten Farbe (Erweiterte Suche: Person „Schwartz, F. Albert“).

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Kontakt

Ines Hahn

Sammlungsleiterin

030 353059 919
Berliner Schlossplatz mit Dom und Schloss, um 1690
Objekte und Geschichten
Hintergrund
Berliner Stadtrundgang 1690

Auf Erkundungstour durch Raum und Zeit mit Johann Stridbeck dem Jüngeren