15.06.2020

Black Lives Matter

Imperialismus. Kolonialismus. Rassismus. Eine lange Geschichte der Ausgrenzung und Gewalt

Das Stadtmuseum Berlin erklärt sich solidarisch mit der Black-Lives-Matter-Bewegung und stellt sich entschieden gegen Rassismus sowie gegen jede Form von Diskriminierung.

Das Stadtmuseum Berlin ist als kulturhistorische Institution der Berliner Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eng mit der Stadtbevölkerung verbunden. Um gesellschaftliche Prozesse zu begleiten und abzubilden und auch marginalisierte Gruppen zu empfangen und einzuladen, ist jedoch eine strukturelle Veränderung im Kern der Stiftung unerlässlich. Zuhören alleine ist dabei nie ausreichend – kritisches Reflektieren, stetiges Hinterfragen und mutiges Agieren sind Grundvoraussetzung für einen gerechten und nachhaltigen Wandel!

Während wir unsere Anteilnahme an der zu betrauernden Gewalt gegenüber rassifizierten Menschen zum Ausdruck bringen, möchten wir ebenso der Verantwortung in unserer musealen Arbeit nachkommen. In unseren Projekten setzen wir uns mit strukturellen Bedingungen, die zu einer Reproduktion von Ausschlüssen führen, kritisch auseinander. Die über eine lange Geschichte gewachsenen diskriminierenden und rassifizierenden Strukturen werden zum Ausgangspunkt von Selbstreflexion beim Einzelnen, der eigenen Institution und der Stadtgeschichte.

Wir möchten, dass die Berliner Vielfalt auf allen Ebenen der Arbeit im Museum verankert wird und die Diversität Berlins repräsentiert wird. Pluralität und Multiperspektivität sind Ausgangspunkte unserer Stadtgeschichte. Diesen einen adäquaten Raum zur Selbstrepräsentation zu bieten – ohne Fremdzuschreibungen, unter Beteiligung der diversen Stadtgesellschaft – ist unsere Aufgabe, die wir gerne annehmen.

Postkoloniales Erinnern in der Stadt

In dem Projekt Postkoloniales Erinnern in der Stadt ist das Stadtmuseum Berlin ein zuhörender und lernender Partner. Das Projekt wird von einem Verbund aus den drei Nichtregierungsorganisationen Initiative Schwarze Menschen in Deutschland (ISD) e.V., Each One Teach One (EOTO) e.V. und Berlin Postkolonial e.V. sowie dem Stadtmuseum Berlin getragen und vom Landesnetzwerk Berliner Entwicklungspolitischer Ratschlag (BER) e.V. unterstützt.

Die Initiative für postkoloniales Erinnern in der Stadt führt in den Jahren 2020 bis 2024 ein Recherche-, Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm zum Thema Kolonialismus und postkoloniale Gegenwart durch. Sie zeigt am Beispiel von Berlin – dem administrativen und wirtschaftlichen Zentrum wilhelminischer Imperialpolitik – welche Spuren und Einschreibungen des Kolonialen im städtischen Raum bis ins 21. Jahrhundert bestehen.

Tiefgreifender Umgestaltungsprozess

Das Stadtmuseum Berlin steht für einen tiefgreifenden Umgestaltungsprozess: Das 360°-Projekt. Die diversitätsorientierte Organisationsentwicklung des Hauses hat zum Ziel eine zeitgemäße, agile und transparente Organisation zu entwickeln, die den Bedürfnissen des 21. Jahrhunderts gerecht wird.

Über allen Anstrengungen steht für uns die Hoffnung auf eine Rassismus- und diskriminierungsfreie pluralistische Gesellschaft, die Vielfalt als Bereicherung wertschätzt und als Grundvoraussetzung für gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Fortschritt versteht.

Bildnachweis:
IchMohrenstraße Umbenennungsfest, Ausschnitt von Stadtmuseum Berlin, CC BY-SA 4.0

< Zurück zur Übersicht

Kontakt

INFOLINE

Mo Fr | 10 18 Uhr

030 24002 162
Klebezettel „Alles wird gut“
Aktuell
Mitmachen
Berlin jetzt!

Gegenwart sammeln
für das Stadtmuseum der Zukunft