18.05.2020

Briefe der Familie Knoblauch

Schenkung ans Museum Knoblauchhaus

Das Museum Knoblauchhaus hat ein ganzes Paket originaler Briefe der Familie Knoblauch aus den Jahren 1859 bis 1862 als Schenkung erhalten – die Stifterin möchte indessen ungenannt bleiben.

Eine erste Dokumentation der Schenkung durch Museums-Kurator Dr. Jan Mende hat gezeigt, dass sie über hundert Briefe umfasst, die der Physiker Hermann Knoblauch (1820 – 1895), der Sohn des Seidenband-Fabrikanten Carl Knoblauch, aus Halle an der Saale an die beiden Geschäftsführer seiner Seidenband-Handlung im Berliner Knoblauchhaus geschrieben hat.

Persönliches und Alltägliches

Hermann Knoblauch, der als Professor der Physik an der Universität in Halle tätig war, kam nur gelegentlich nach Berlin. Er war daher gezwungen, das vom Vater geerbte Handelsunternehmen per Post zu leiten. In den Briefen geht es daher um Geldanlagen, Jahresabrechnungen und Budgetlisten – aber auch viel um Persönliches: Geschenke und Glückwünsche werden übersendet, Gemälde bei Künstlern in Auftrag gegeben und Gefälligkeiten erbeten.

Auch Alltägliches haben die Briefe zum Inhalt: zum Beispiel, wenn es um Stiefel geht, die in Berlin repariert werden sollen, oder um Pfefferminzplätzchen und Baumkuchen, die nach Halle zu senden sind. Selbst nach dem Befinden der Gummibäume im Knoblauchhaus wird gefragt. Mit diesen Briefen hat das Museum Knoblauchhaus einen kleinen Schatz erhalten, denn erstmals lässt sich der Alltag in dem Bürgerhaus daran detailliert nachvollziehen.

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Kontakt

Dr. Jan Mende

Kurator Museum Knoblauchhaus

030 24 002 228
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