13.11.2019

Fritz-Ascher-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin gegründet

Pressemitteilung

Am heutigen 13. November ist in der Stiftung Stadtmuseum Berlin die Fritz-Ascher-Stiftung gegründet worden. Zweck der Stiftung ist die Würdigung des Werkes des Berliner Künstlers Fritz Ascher (1893 – 1970) im Kontext der verfolgten und verfemten Künstler der Berliner „Vergessenen Moderne“ und deren Berücksichtigung in der deutschen Kunstgeschichte.

Die umfangreiche Sammlung der Stiftung Stadtmuseum Berlin mit 2.800 Gemälden vor allem aus dem 19. und 20. Jahrhundert und Werken berühmter jüdischer Maler wie Max Liebermann und Lesser Ury erscheint den Stiftern als idealer Ort, um das Andenken an den vergessenen jüdischen Berliner Maler Fritz Ascher zu bewahren.

Fritz Ascher verbrachte den Großteil seines Lebens in Berlin, wo er zwei Weltkriege überlebte sowie im Untergrund die Verfolgung durch die Nationalsozialisten. Sein Malstil ist von kühner Pinselführung und expressionistischer Farbwahl gekennzeichnet. Inhaltlich stehen frühe akademische Studien und figurale Kompositionen der Weimarer Republik im Kontrast zu den nach 1945 entstandenen mystischen Landschaften des Künstlers. In seinem Versteck, in dem er von 1942 bis 1945 lebte, schuf Ascher Gedichte, die als „ungemalte Bilder“ verstanden werden können. Die weltweit erste Werkschau des Künstlers war war von 2016 bis 2018 in sechs Museen in Deutschland und 2019 in den USA (New York) zu sehen.

Ehre für das Stadtmuseum Berlin

Die Stiftung wurde von privaten Sammlern des künstlerischen Werkes von Fritz Ascher initiiert, um seinen Arbeiten ein öffentlich zugängliches Zuhause zu geben und ihn im Kontext seiner künstlerischen Zeitgenossen in Berlin zu präsentieren.  Das Stiftungskuratorium besteht aus Paul Spies, Vorstand und Direktor der Stiftung Stadtmuseum Berlin, Eckhart Gillen, Kunsthistoriker und Kurator, und Rachel Stern, Direktorin der New Yorker Fritz Ascher Society for Persecuted, Ostracized and Banned Art, Inc.

Paul Spies: „Es ist eine Ehre für das Stadtmuseum Berlin, das Andenken an diesen bedeutenden jüdischen Berliner zu bewahren.“

Eckhart Gillen: „Fritz Ascher ist nicht der einzige Berliner jüdische Maler, der in Deutschland vergessen wurde. Dasselbe gilt für viele andere Künstler, z. B. auch für Friedel Dzubas, der 1939 aus Berlin vertrieben wurde, in den Vereinigten Staaten als Colour-Field-Maler eine einzigartige Karriere machte und in Deutschland und Berlin unbekannt blieb. Gerade ist eine vierhundert Seiten starke Monografie über ihn in Mailand und New York erschienen.“

Rachel Stern: „Wir freuen uns, dass Arbeiten des verlorenen Sohnes Fritz Ascher nun endlich in seine Heimatstadt Berlin zurückkehren, und dort die öffentliche Anerkennung, museale Pflege und Betreuung erfahren, die sie verdienen. Nach der weltweit ersten Werkschau, einer ersten umfangreichen Publikation und der Verlegung eines Stolpersteines feiern wir heute einen weiteren Meilenstein im Kampf um die Anerkennung Fritz Aschers.“

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Kontakt

Judith Kuhn

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

030 24002 215