17.01.2017

Umsetzung der Zukunftsstrategie für das Stadtmuseum Berlin

Pressemitteilung

Seit einem Jahr ist Paul Spies Direktor des Stadtmuseums Berlin und Chef-Kurator des Landes Berlin im Humboldt Forum. Getragen von dem herzlichen Willkommen in der Stadt und seiner positiven Aufnahme in die Teams des Stadtmuseums Berlin und des Humboldt Forums, blickt er zufrieden auf 2016 zurück und optimistisch auf 2017 voraus.

Paul Spies: „2016 war das Jahr des Ankommens und der Masterpläne. Zusammen mit meinen Kolleginnen und Kollegen habe ich die Visionen für die Zukunft (der Häuser) des Stadtmuseums Berlin umschrieben und das Konzept für die Ausstellung des Landes Berlin im Humboldt Forum Berlin und die Welt vorgelegt. Politik, Presse und Museumspartner haben diese Vorschläge wohlwollend aufgenommen – dafür bin ich sehr dankbar. Bestärkt durch dieses Feedback konnten wir die nächste Phase angehen und in beiden Projekten diverse Maßnahmen anschieben und umsetzen.“

Erste Schritte zu einem neuen Museum

Im Stadtmuseum Berlin lag ein Fokus nach der Präsentation der Zukunftsstrategie auf der Vorstellung und Einführung einer neuen Organisationsstruktur. Die Stiftung Stadtmuseum Berlin wird sukzessive von einer klassisch-hierarchischen Institution in eine beweglichere Matrix-Organisation mit neuen, flexiblen Teamstrukturen überführt, deren Arbeitsweise auf interdisziplinärer Projektarbeit basiert. Die neuen Strukturen bilden die Basis für die inhaltliche Neuausrichtung.

 „Was die Projekte angeht, so soll 2017 ein Jahr der Probe sein“, so Paul Spies. „Alles, was wir nun konzipieren, realisieren und produzieren, ist ein Testlauf für die zukünftige Ausrichtung des Stadtmuseums – nach der Renovierung bzw. Sanierung des Märkischen Museums und des Marinehauses.“ Diese Zeit bis voraussichtlich 2023, in der das Haus vorübergehend geschlossen werden muss, soll intensiv genutzt werden, um verschiedene Themen, Formate und Projekte auszuprobieren, das Stadtmuseum Berlin konsequent weiter zu öffnen, in den Stadtraum hinein zu wirken und ein größeres Publikum zu erreichen.

Für die Zukunft des Märkischen Museums bedeutet das, seine Umbenennung vorzubereiten und auf seine Wiedereröffnung unter diesem neuen Namen hinzuarbeiten. Gemeinsam mit dem benachbarten Marinehaus wird es dann das Herzstück des neuen Museums- und Kreativquartiers am Köllnischen Park sein. Mit zeitgemäßen musealen Angeboten, abwechslungsreichen Formaten und vielfältigen Kooperationen wird es als Berlin-Museum die reiche Geschichte und das vielgestaltige Alltagsleben der Stadt widerspiegeln.

Teil der Probe werden 2017 die Eröffnung eines neuen Vermittlungsbereichs im 2. Obergeschoss des Märkischen Museums sowie die Einweihung der Sonderausstellungsfläche im Sockelgeschoss sein. Zum Auftakt wird sich hier ab 5. Mai 2017 die neue Sonderausstellung Berlin 1937 – Im Schatten von morgen der Zeit des Nationalsozialismus widmen.

Ziel und Zweck dieser Probephase ist die Etablierung klarer Profile für die Standorte des Stadtmuseums Berlin: Märkisches Museum, Museum Ephraim-Palais, Museum Knoblauchhaus, Museum Nikolaikirche und Museumsdorf Düppel. Letzteres wird wieder näher an das Stadtmuseum Berlin angebunden. Dazu gehören eine personelle Verstärkung vor Ort und, gemeinsam mit dem Fördererkreis Museumsdorf Düppel e.V., die Erarbeitung eines Betriebskonzepts.

Wie in der Zukunftsstrategie  angekündigt, wird das bisherige Nutzungskonzept für das Museum Nikolaikirche erweitert: Im September 2017 wird sie erstmals als Kunst-Ort bespielt werden. Den Anfang macht die international renommierte Installationskünstlerin Chiharu Shiota mit ihrer Ausstellung „flying scriptures“. Auch die Museen Ephraim-Palais und Knoblauchhaus werden künftig Sonderausstellungen „neuen Typs“ zeigen. Mit der Ausstellung Hauptstadtfußball anlässlich des 125-jährigen Bestehens von Hertha BSC finden zunehmend populärkulturelle Themen Einzug in das Stadtmuseum Berlin.

Auch die Sammlung des Stadtmuseums Berlin steht 2017 in einem besonderen Fokus: Mit dem Projekt „17|20“ verfolgt das Stadtmuseum Berlin das Ziel, seine geschätzt 4,5 Millionen Objekte bis 2020 komplett zu inventarisieren und zu digitalisieren. Dabei ist die vollständige Digitalisierung der teils einzigartigen Kulturgüter weit über das Stadtmuseum Berlin hinaus von Bedeutung. Um das ambitionierte Ziel „17|20“ zu verwirklichen, hat das Stadtmuseum Berlin seine Ressourcen in der Sammlung auf die Inventarisierung und Digitalisierung konzentriert. Zum Jahresende 2016 wurde der neue Fachbereich Zentrale Dokumentation geschaffen, der das Vorhaben koordinieren wird.

Nichtsdestotrotz ist das Stadtmuseum auf politische und vor allem finanzielle Unterstützung angewiesen. Rückendeckung und zusätzliche Gelder erwartet  es aufgrund der Koalitionsvereinbarung des rot-rot-grünen Senats, in der die Förderung der Digitalisierung konkret benannt ist: „Die Berliner Kultureinrichtungen beherbergen ein unschätzbares kulturelles Erbe. Dieser Kulturschatz kann durch Digitalisierung nicht nur geschützt, sondern über das Internet weltweit zugänglich und nachnutzbar gemacht werden.“

Wir freuen uns auf das neue Jahr mit all seinen Herausforderungen und bedanken uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern!

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Kontakt

Judith Kuhn

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

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Jahrespressekonferenz 17.01.2017
Paul Spies © Stadtmuseum Berlin | Foto: Phil Dera
Themenschwerpunkt
Paul Spies

Die Zukunftsstrategie für das Stadtmuseum Berlin und das Konzept für die Ausstellung des Landes Berlin im Humboldt Forum