24.01.2019

Vom Exempel zur Praxis

Pressemitteilung

Der Wandel des Stadtmuseums Berlin zu einer zeitgemäßen und nachhaltig arbeitenden Organisation ist in vollem Gange.

Das Stadtmuseum Berlin als Spiegel und Motor der Veränderung

Die Institution reflektiert den Zeitgeist, festigt ihre aktive Rolle innerhalb der Stadtgesellschaft und verpflichtet sich zunehmend den Prinzipien Öffnung, Partizipation, Kooperation und Inklusion. Die Profile der fünf Museumsstandorte wurden im vergangenen Jahr weiter geschärft, partizipative Formate ausgebaut und neue Communitys erreicht. All diese Erfahrungen und Lernprozesse fließen 2019 in die Fortschreibung der Zukunftsstrategie für das Stadtmuseum Berlin mit ein. 

Paul Spies, Direktor des Stadtmuseums Berlin: „Berlin ist stets durch Zuzug gewachsen, nie aus sich heraus. Darum war die Stadt immer schon divers. Die heutige Stadtgesellschaft ist sogar superdivers. Als Stadtmuseum aller Berlinerinnen und Berliner wollen wir dies auch im Inneren widerspiegeln, nachhaltig in der Organisation verankern und uns im Bewusstsein der politischen Dimension unserer Rolle als relevanter Akteur innerhalb der Stadtgesellschaft weiterentwickeln.“

Rückblick 2018

Neue Dauerausstellung zur Berlin-Geschichte und Besucherrekord

Die größten Veränderungen haben 2018 im Märkischen Museum stattgefunden. Dort vermittelt die neue Dauerausstellung BerlinZEIT auf zeitgemäße Weise Berlins Vergangenheit und nimmt die Besucherinnen und Besucher mit auf eine Zeitreise durch die prägendsten Kapitel der Stadtgeschichte. In einem kompakten, chronologischen Rundgang wird Berlin als Stadt der Vielfalt und der Offenheit, aber auch als Stadt der radikalen Veränderung verständlich gemacht. Neue Schauflächen in der Vertiefungsebene BerlinZEIT plus geben wechselnde Einblicke in den Sammlungsreichtum des Stadtmuseums Berlin.
Mit der Sonderausstellung Berlin 18/19 wird seit November abermals ein historisches wie politisch aktuelles Thema im Märkischen Museum präsentiert. Die Ausstellung beleuchtet dabei noch bis zum 19. Mai 2019 insbesondere die bis heute sichtbaren Auswirkungen der Revolution.

Auch im Museumsdorf Düppel wurde eine neue Dauerausstellung eröffnet. Mittels einer klaren und kurzweiligen Erzählung und lebendiger bildlicher Gestaltung vermittelt sie die Ursprünge des mittelalterlichen Dorfes und das Alltagsleben darin auf anschauliche Weise. Das Freilichtmuseum zählte in der abgelaufenen Saison mehr Besucherinnen und Besucher denn je.

Ausblick 2019

Alltagsleben in Ost-Berlin und Fontanes Berlin

Auch in diesem Jahr stehen im Museum Ephraim-Palais Berliner Alltagskultur und Lebensgefühl im Fokus. Den Auftakt macht die Sonderpräsentation Uli Richter. Weltklasse aus Berlin. Anlass der Präsentation zum Leben und Werk des bedeutenden Modeschöpfers, der das Nachkriegs-Berlin mit seinen Kollektionen wie kein zweiter geprägt hat, ist eine umfangreiche Schenkung Uli Richters an das Stadtmuseum Berlin. Sie umfasst insbesondere Modezeichnungen und Fotografien von den 1950er bis in die 1990er Jahre.

Ab Mai widmet sich das Stadtmuseum Berlin in einer großen Sonderausstellung der einstigen Hauptstadt der DDR. Ost-Berlin. Die halbe Hauptstadt richtet 30 Jahre nach dem Mauerfall den Blick auf das soziale und kulturelle Leben. Im Mittelpunkt stehen die vielfältigen Facetten des städtischen Alltags und die Erfahrungen der Menschen von den späten 1960er Jahren bis zur Wiedervereinigung 1990. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit verschiedensten Partnern und prominenten Akteuren ergänzt die Ausstellung, die gemeinsam mit dem Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam (ZZF) entsteht.

Der 200. Geburtstag Theodor Fontanes ist dem Stadtmuseum Berlin Anlass, eine Ausstellung in seinem Stammhaus, dem Märkischen Museum, auszurichten. Fontanes Berlin (Arbeitstitel) zeigt herausragende Aufnahmen der Pioniere der Stadtbildfotografie, von Leopold Ahrendts bis F. Albert Schwartz. Zu Lebzeiten Fontanes haben sie Berlin anhand des jungen Mediums Fotografie beschrieben. Den Bogen in die Gegenwart spannen die Aufnahmen des Berliner Fotografen Lorenz Kienzle, der sich mehr als zehn Jahre fotografisch mit den Romanen Fontanes befasste. Außerdem werden erstmals aufwendig restaurierte Originalmanuskripte aus Fontanes Nachlass gezeigt.

Ziele: Diversität und Öffnung

In allen strukturellen Prozessen und Programmen, die das Stadtmuseum Berlin derzeit und zukünftig umsetzt, werden die Themen Diversität und Öffnung konsequent mitgedacht. Ziel ist es, die gesellschaftliche Vielfalt Berlins deutlich stärker abzubilden. Dies beinhaltet auch eine zunehmende Vernetzung mit der vielfältigen Stadtgesellschaft und mit bisher unerreichten Communitys.

Gelungen ist dies 2018 bereits mit der Sonderausstellung BiZiM BERLIN 89/90, die zusammen mit der Bürgerstiftung Neukölln realisiert wurde und Menschen unterschiedlicher Herkunft ins Märkische Museum führte. Sie ging der Frage nach, wie Berlinerinnen und Berliner mit türkischer Einwanderungsgeschichte die Jahre des Mauerfalls und der „Wende“ erlebten. Die Ausstellung war ein wichtiger Bestandteil der aktuellen Lernprozesse des Stadtmuseums Berlin auf dem Weg zu einem offenen Museum für alle.

Seit dem Sommer 2018 wird das Museum zudem vom Projektbüro für Diversitätsentwicklung – Diversity Arts Culture als Modellprojekt für mehr Diversität im Kulturbetrieb begleitet. Dabei werden insbesondere die drei großen Ps – Personal, Programm und Publikum – in den Blick genommen.

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