25.09.2020

Wir – Gespräche zum demokratischen Alltag in Berlin

Ein Projekt zur Demokratiegeschichte der Stadt

Die Vollendung der deutschen Einheit am 3. Oktober 1990 war der politische Schlussakt eines breiten demokratischen Aufbruchs in der DDR, getragen von vielen Menschen in Leipzig, Ost-Berlin und anderenorts. Zugleich bedeutete dieses Datum das Ende der Teilung Berlins. Dreißig Jahre später stellt ein Video-Projekt der Berliner Künstlerin Sonya Schönberger Menschen vor, die sich heute in Berlin für Demokratie einsetzen.

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ So steht es im Artikel 20, Absatz 2 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland. Dass dies nicht immer selbstverständlich war und immer wieder neu mit Leben erfüllt werden muss, um die Demokratie dauerhaft zu erhalten, ist unbestritten.

Doch in welcher politischen Ordnung leben wir eigentlich zurzeit? Und in welcher politischen Ordnung, in was für einer Stadt wollen wir künftig leben? Wie können öffentliche Kultur- und Bildungseinrichtungen den Gedankenaustausch darüber fördern und Anregungen bieten, um die Bürgerinnen und Bürger stärker an der Gestaltung städtischer Lebenswirklichkeit zu beteiligen? Dies sind Fragen, mit denen sich das Stadtmuseum Berlin im Rahmen seiner seit 2016 entwickelten Zukunftsstrategie beschäftigt. 30 Jahre nach der Wiedervereinigung wirft das Projekt Wir – Gespräche zum demokratischen Alltag in Berlin einen Blick auf die Demokratiegeschichte der Stadt und des gesamten Landes.

Cavo Kernich und Sonya Schönberger bei den Dreharbeiten für das Interview-Projekt © Stadtmuseum Berlin

Video-Interviews machen Demokratiegeschichte sichtbar

Ein neues Interview-Projekt stellt nun zur Diskussion, wie Demokratie heute und in Zukunft von allen gestaltet werden kann. Welche Instrumente existieren, um die „Herrschaft des Volkes“ – so die ursprüngliche Bedeutung des aus dem Griechischen stammenden Wortes „Demokratie“ – konkret umzusetzen? Wie ist es um sie bestellt? Und wie kann individuelle Teilhabe an Demokratie aussehen? Im Fokus des Projekts stehen die Entwicklungen der letzten 30 Jahre sowie die Diskussion über Möglichkeiten der Teilhabe an demokratischen Prozessen für die Zukunft.

Die Künstlerin Sonya Schönberger hat Interviews mit elf Menschen aus Berlin geführt, die sich für demokratische Werte in besonderem Maße engagieren oder engagiert haben. Sie sprechen über politisches Geschehen, biografische Erlebnisse und ihren persönlichen Einsatz für die Demokratie. Im aktiven Handeln der Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wird Demokratiegeschichte sichtbar.

Alle Interviews als Video unter: www.stadtmuseum.de/demokratischer-alltag

Ein Buch mit den Textfassungen der Interviews ist ab dem 8. November 2020 kostenfrei im Museum Nikolaikirche erhältlich. 

IMPRESSUM

Wir – Gespräche zum demokratischen Alltag in Berlin
Ein Projekt des Stadtmuseums Berlin | 2020

Projektleitung: Nele Güntheroth
Konzept: Nele Güntheroth | Christine Heidemann | Sonya Schönberger
Interviews: Sonya Schönberger
Kamera: Cavo Kernich
Schnitt: Sonya Schönberger
Transkription: Annekathrin Walther
Online-Präsentation: Robert Bußler | Heiko Noack
Mitwirkung bei Konzept und Programm: Anja Dilk | Peter Funk | Albrecht Henkys | Mariane Pöschel

Publikation
Textfassung der Interviews: Sonya Schönberger
Lektorat: Christine Gerstacker
Design und Satz: Carolin Jap Lim
Druck: Druckhaus Köthen

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Kontakt

Dr. Nele Güntheroth

Leitung Fachbereich Forschungskolleg

030 24002 156

Gefördert durch:

Berliner Mauer mit Original-Graffiti von Kiddy Citny im Märkischen Museum. © Stadtmuseum Berlin | Foto: Heiko Noack
Märkisches Museum
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