17.11.2015

Zum Tod von Prof. Reiner Güntzer

Das Stadtmuseum Berlin trauert um seinen Gründungsdirektor

Das Stadtmuseum Berlin trauert um seinen Gründungsdirektor Prof. Reiner Güntzer. Er starb am Montag, dem 16. November 2015, nach schwerer Krankheit im Alter von 77 Jahren in Berlin. Jahrzehntelang gestaltete Reiner Güntzer mit großer Leidenschaft die Geschicke der Berliner Kulturpolitik mit. Viele Museen der Stadt Berlin verdanken ihre Existenz seinem unermüdlichen Einsatz, so die 1975 gegründete Berlinische Galerie.

Reiner Güntzer war eine ganz besondere Persönlichkeit, ein kluger und eloquenter Gesprächspartner, der sich in vielfältiger Weise für seine Wahlheimat Berlin eingesetzt hat. Unvergessen bleibt seine lebensbejahende Art und sein streitbarer Geist, der die Auseinandersetzung mit Partnern und Kollegen, aber auch Vertretern der Politik nicht scheute, wenn es galt, seine Visionen umzusetzen.

1965 trat der Jurist Reiner Güntzer in den Berliner Verwaltungsdienst ein, er war zunächst beim Bezirksamt Reinickendorf und dann im Rechtsreferat der Senatsverwaltung für Wissenschaft und Kunst tätig. Nach einem Fortbildungslehrgang des Bundesinnenministeriums quer durch Westeuropa wurde er 1965 Fachreferent in der Senatskulturverwaltung; zunächst für Bildende Kunst. Dieses Referat war auch zuständig für die Galerie des 20. Jahrhunderts in der Jebenstraße, für das 1967 eröffnete Brücke-Museum und für das zunächst private, 1971 vom Senat übernommene Berlin Museum. Aus dem Referat für Bildende Kunst, das drei Museen mitbetreute, wurde binnen Kurzem das Museumsreferat, in dem Reiner Güntzer mehr als ein viertel Jahrhundert tätig war und die Landschaft der Landesmuseen mit zahlreichen Neugründungen entwickelte.

Aus dieser Position heraus wechselte er 1995 in die Leitung des neugegründeten Stadtmuseums Berlin. Hier hat er durch die Zusammenführung von Märkischem Museum, Berlin Museum und weiteren Einrichtungen eine kulturpolitische Setzung geschaffen und dabei viel Gutes für das Zusammenwachsen von Ost und West bewirkt. Nach acht Jahren aktiver Museumstätigkeit wurde Prof. Reiner Güntzer im Juli 2003 in den Ruhestand verabschiedet. Im Jahr 2014 wurde ihm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für sein hohes Engagement für die kulturellen Belange Berlins verliehen.

Die Beisetzung findet in seiner Geburtsstadt Trier statt.

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