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title: "Das alte Berliner Rathaus"
date: 2023-04-17
last_modified: 2026-01-13T15:46:01+01:00
generated_at: 2026-05-16T12:50:39Z
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description: "Ausgrabung eines Baudenkmals: Wenige wissen, dass sich direkt vor dem heutigen Roten Rathaus ein mittelalterlicher Vorgängerbau befand."
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# Das alte Berliner Rathaus

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/berliner-rathaus-gerichtslaube-300x150.jpg)

**Ausgrabung eines Baudenkmals**
**Das Rote Rathaus gehört zu den stadtbildprägenden Bauten zwischen Alexanderplatz und Spree. Kaum bekannt ist, dass sich direkt vor dem Roten Rathaus ein Vorgängerbau befand, der bereits im Mittelalter errichtet wurde.**

An dem Kreuzungspunkt der damaligen Oderberger Straße (später Königsstraße, heute Rathausstraße) und Spandauer Straße wurde am Ende des 13. Jahrhundert das Alte Rathaus errichtet. Im Laufe der Zeit erfolgten verschiedene An- und Umbauten. Trotzdem war es im [19. Jahrhundert](https://www.stadtmuseum.de/thema/19-jahrhundert) längst zu klein geworden, baufällig und nicht mehr repräsentativ für die wachsende Metropole.

1856 entschied sich die Stadtverordnetenversammlung daher für einen Neubau, dessen Grundsteinlegung 1861 erfolgte. Der Abriss des Alten Rathauses erfolgte in mehreren Phasen. 1865 begann man mit dem Abriss des mittelalterlichen Langbaues an der damaligen Königstraße (heute Rathausstraße). Dabei wurde das Kellergeschoss bewusst fast vollständig erhalten und lediglich verfüllt, um spätere Forschungen zu ermöglichen. Die bekannte Gerichtslaube wurde erst 1871 abgetragen und im Park Babelsberg in veränderter Form wieder aufgebaut. Dies war nur möglich, weil sich maßgeblich die Mitglieder des vor 150 Jahren gegründeten Vereins für die Geschichte Berlins für den Erhalt des Baues eingesetzt hatten. [d. Red.: Eine heute als Restaurant genutzte Kopie der Gerichtslaube wurde 1985-87 beim Wiederaufbau des Nikolaiviertels in der Poststraße errichtet, rund 200 Meter vom originalen Standort entfernt.]

![Schräg-Ansicht des von Feuchtigkeit und Verfall gezeichneten Gebäudes](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/10/altes-berliner-rathaus-1-227x300.jpg)  Das alte Berliner Rathaus mit Gerichtslaube (rechts) in der ehemaligen Königstraße (heute Rathausstraße), nach 1855

Sammlung Stadtmuseum Berlin | Foto: Leopold Ahrendts

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/rathauspfeiler-bergungsfoto-1-300x199.jpg)  Ausgrabung eines Pfeilers des alten Berliner Rathauses

### Das Mittelalter weicht dem U-Bahn-Bau

Die Verlängerung der U-Bahnlinie U5 mit der neuen Station „Berliner Rathaus“ machte ab 2010 archäologische Untersuchungen notwendig und brachte das erstaunlich gut erhaltene Kellergeschoss ans Licht. Um diese einzigartigen Zeugnisse Berliner Baugeschichte aus dem Mittelalter zu bewahren, wurden die Baupläne der BVG geändert. Da dies nicht überall möglich war, mussten die Reste des Turmes, Teile der Nordwand und der Gerichtslaube weichen. Das Stadtmuseum Berlin übernahm einen Pfeiler und das Gewände (seitliche Begrenzung) eines Durchganges, die vom Landesdenkmalamt Berlin geborgen wurden. Der Rathauspfeiler reiht sich im Märkischen Museum nun in die große Sammlung von baulichen Überresten (Spolien) ein, die von der Baugeschichte Berlins zeugen.

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![Historischer Stadtplan Berlins mit Hervorhebung des Standorts des Alten Rathauses](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtplan-rathaus-berlin-1830.jpg) Das alte Rathaus in einem Berliner Stadtplan von ca. 1830. Im Mittelalter lagen Rathäuser zumeist am Marktplatz. Möglicherweise gab es daher am Molkenmarkt, dem ältesten Berliner Markt, ein noch älteres Rathaus. Mit der planmäßigen Erweiterung der Stadt verschob sich das Zentrum Alt-Berlins weg vom Molkenmarkt. Auf der Grenze der älteren und der neueren Stadt, fast in der Mitte zwischen den Kirchen St. Nikolai und St. Marien, wurde das mittelalterliche Rathaus errichtet. Es lag an den zwei Hauptstraßen Alt-Berlins, die nach Spandau, zur Schwesterstadt Cölln und in Richtung Ostsee führten.   ![Grundriss von Rotem Rathaus und Resten des Alten Rathauses](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_02grundriss.jpg) Am Ende des 13. Jahrhundert wurde ein langrechteckiger Bau mit etwa 39 m Länge und 17 m Breite als Rathaus errichtet. Das Kellergeschoss wurde dabei als zweischiffiger Saal mit mittig verlaufender Säulenreihe und Flachdecke erbaut. Das rot markierte Gewände, das ins Märkische Museum gelangte, gehört dieser Gründungsphase an. Im 14. Jahrhundert erfolgten dann erstmals größere Baumaßnahmen, bei denen der Keller eingewölbt wurde. Dafür wurde der Saal in vier Schiffe unterteilt. Derart gegliedert wies das Untergeschoss nun 24 Pfeiler mit 36 Gewölbejochen auf. Blau markiert ist die Position des Pfeilers aus dieser Bauphase, der ebenfalls ins Märkische Museum gekommen ist. Bei den letzten Ausgrabungen Mitte 2014 wurde der nordwestlichste Teil des Rathauses untersucht. Dieser Bereich ist im Grundriss steingerecht dargestellt. Auswertung: B. Faensen, D. Schumann. Planzeichnung: J. G. Orrin, G. Nath    ![Schwarz-weiß-Fotografie des von Feuchtigkeit und Vernachlässigung gezeichneten Alten Rathauses](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_03fotorathaus.jpg) Eine der ältesten Fotografien des Alten Rathauses mit der sich rechts anschließenden Gerichtslaube. Der mittelalterliche Kern des Baues ist nicht mehr offensichtlich und wurde erst durch die bauhistorischen Untersuchungen im Zuge der Abrissplanung wieder erkannt. Der Wunsch nach einem neuen Rathaus entstand aufgrund des unansehnlich gewordenen Äußeren des alten Rathauses und des gestiegenen Verwaltungsaufwandes einer Stadt mit rund 500.000 Einwohnern.    ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_05bergungsfoto.jpg) Blau markiert der Pfeiler aus dem 14. Jahrhundert noch in situ, also wie er gefunden wurde. Deutlich zu erkennen sind die verschiedenen Schichten im Boden, auch Strata genannt. Gelb markiert sind ein Teil der Baugrube und das Fundament des Pfeilers. Im Laufe der Jahrhunderte änderte sich das Bodenniveau. Es entstanden neue Schichten etwa durch Aufplanierungen aus Bau- und Brandschutt. Die magentafarbene Linie am rechten Bildrand kennzeichnet die Oberkante des letzten Fußbodens des Alten Rathauses.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_07bergungsfoto.jpg) Grabungsfoto des Gewölbeansatzes, aufgenommen am 10. Juni 2014. Während der Grabung wurden die einzelnen Schichten und jüngeren Wände entfernt. So gewinnt man einen Eindruck über das Aussehen des mittelalterlichen Rathauses. Ursprünglich freistehend wurde der Pfeiler für die Einwölbung der Decke errichtet. Der Ansatz des Gewölbes ist durch die leichte Krümmung oben noch zu erkennen. Zur besseren Unterteilung des ehemaligen Kellersaales wurden zu unterschiedlichen Zeiten Wände zwischen die Pfeiler gesetzt und später auch wieder eingerissen. Reste dieser Wände sind durch den weißen Mörtel am Pfeiler zu erkennen.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_12pfeiler.jpg) Grabungsfoto des Gewändes, 13. Mai 2014. Hier versteckt sich ein Stück vom ältesten Teil des Berliner Rathauses. Auf einem Feldsteinfundament liegen zwei Ziegelreihen (rot umrandet), sie gehören zum Gewände eines Durchganges aus der Zeit um 1300. Die übrigen Mauerteile stammen aus jüngeren Umbauphasen. Um das Gewände freilegen zu können, wurden die jüngeren Wände schichtenweise abgebaut. Es zeigt sich, dass die Zusammenarbeit von Archäologie und Bauforschung für die zeitliche Einordnung eines Bauwerkes sehr wichtig ist.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/berliner-rathaus-pfeiler-fundzeichnung.jpg) Zeichnung des Rathauspfeilers (blau umrandet) mit Trennmauer in der Draufsicht (Ausschnitt)    ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_10bergung.jpg) Die Bergung des Pfeilers unweit des Fernsehturms am 12. Juni 2014. Archäologie wird nicht nur mit Pinsel, Schaufel und Kelle praktiziert. Für die Bergung der Bauteile war schweres Gerät notwendig. Pfeiler und Gewände wurden samt Fundament und allen erhaltenen, festen und ursprünglichen Ziegellagen zunächst freigelegt und dann geborgen.    ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_landesdenkmalamtberlin_rathauspfeiler_13pfeiler.jpg) Auch dieses Gewände hat das Erdreich gut geschützt. Doch nur das Fundament und die hier abgebildeten Ziegellagen sind aus der Zeit um 1300 noch erhalten.    ![Die originale Berliner Gerichtslaube zwischen Bäumen im sommerlichen Schlosspark Babelsberg](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/gerichtslaube-schlosspark-babelsberg.jpg) Die originale Berliner Gerichtslaube wurde beim Wiederaufbau an ihrem heutigen Standort im Schlosspark Babelsberg in den ursprünglichen gotischen Stil zurückversetzt.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/gerichtslaube-gedenktafel.jpg) Eine Gedenktafel legt beredtes Zeugnis von der wecheslvollen Geschichte des Baudenkmals ab.  ## Mehr Berlin-Geschichte

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![Die belebte Waisenbrücke über die Spree, im Vordergrund ein ankerndes Ausflugsschiff, im Hintergrund das Märkische Museum am Märkischen Platz mit Kaufhaus Neu-Kölln](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/01/alte-waisenbruecke-maerkisches-museum-300x219.jpg)

Berliner Orte

](https://www.stadtmuseum.de/thema/berliner-orte)
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![Auszug aus dem Inventarbuch des Märkischen Provinzialmuseums und Ansichtskarte mit Kurfürstenbrücke (heute Rathausbrücke) und Preußischen Postkutsche um 1830](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/05/Seite-1-300x225.jpg)

Aktuelles

](https://www.stadtmuseum.de/thema/forschung-und-berichte)
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![Das Ausgrabungsteam des Königsgrabes](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/01/koenigsgrab-von-seddin-300x210.jpg)

Archäologie

](https://www.stadtmuseum.de/thema/archaeologie)
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![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/06/berliner-mauer-brandenburger-tor-300x215.jpg)](https://www.stadtmuseum.de/thema/stadtgeschichte)