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title: "Das Kaiserpanorama"
date: 2024-05-30
last_modified: 2026-05-18T10:48:26+02:00
generated_at: 2026-05-22T14:44:35Z
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description: "Hundert Jahre vor 3D-Fernsehern und „Virtual Reality“ bot diese Berliner Erfindung für wenig Geld räumliche Eindrücke von fernen Orten und aktuellen Ereignissen."
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# Das Kaiserpanorama

![Zeichnung eines Kaiserpanoramas. Rings herum sitzen Menschen auf Stühlen und blicken durch die Okulare hinein.](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/August_Fuhrmann-Kaiserpanorama_1880-gemeinfrei-bearbeitet-1-300x193.jpg)

****Ein Jahrhundert vor der Markteinführung von 3D-Fernsehern und „Virtual Reality“ bot eine Berliner Erfindung vielen Menschen für wenig Geld einen räumlichen Eindruck von fernen Orten und aktuellen Ereignissen.****

Ein fast runder, im Querschnitt mehrere Meter messender Holzverschlag mit Messing-Okularen, davor jeweils ein Hocker oder ein Stuhl: Dieses so genannte Kaiserpanorama ermöglichte schon um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert die automatische Vorführung von dreidimensional erscheinenden Fotografien. Es war ein Massenmedium der Kaiserzeit, das Vielen damals Menschen noch lange in Erinnerung blieb. So beschrieb etwa der in Berlin geborene und aufgewachsene Philosoph Walter Benjamin in seinem kleinen Buch „Kindheit im 19. Jahrhundert“ das „Kling“-Geräusch, mit dem das Kaiserpanorama die Zuschauer:innen per Glockenschlag von Bild zu Bild durch die „ferne Welt“ führte.

![Zwei Männer und ein Pferdefuhrwerk auf  einer Straße mit Tramgleisen vor Gründerzeit-Gebäuden und Litfaß-Säule](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/stereoskopie-berliner-strassenszene-1-300x157.jpg)

Aufgenommen wurden die dreidimensionalen Bilder durch „zweiäugige“ Kameras. Dieses Stereoskopie genannte Verfahren folgt dem Prinzip des räumlichen Sehens durch menschliche Augen: Zwei geringfügig waagrecht versetzt aufgenommene Bilder werden vom Gehirn dabei zu einem dreidimensionalen Bild zusammengefügt.

## Die „Kaisergalerie“

![Eingang zur Kaisergalerie an der Friedrichstraße, Ecke Behrenstraße, um 1880](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaisergalerie-friedrichsstrasse-behrenstrasse-1-300x225.jpg)

![Innenansicht der mehrstöckigen Kaisergalerie, überkrönt von gläsernen Dächern und Kuppel mit prachtvollem Kronleuchter](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaisergalerie-innen-1-213x300.jpg)

![Eingang zur Kaisergalerie, Unter den Linden 22/23, um 1880](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaisergalerie-unter-den-linden-2-300x232.jpg)

## Publikumsmagnet in Berlins Mitte

Entwickelt wurde das Kaiserpanorama von dem Physiker, Erfinder und Geschäftsmann August Fuhrmann (1844 – 1925). Geboren in Breslau/Schlesien (heute Wrocław, Polen) eröffnete er 1883 sein erstes Kaiserpanorama in der damals beliebten Berliner „Kaisergalerie“. Diese frühe „Shopping Mall“ – eine gut besuchte Einkaufspassage zwischen Friedrichstraße (Ecke Behrenstraße) und dem Boulevard Unter den Linden – war ein idealer Ort für die Attraktion.

Bis zu 25 Personen gleichzeitig bot Fuhrmanns Kaiserpanorama dort die Faszination „exclusiven Miterlebens“ durch die optische Illusion der Stereo-Fotografie. Für 20 Pfennig Eintritt konnten sie in wöchentlich wechselnde Serien aus je 50 Bildern die kulturellen, sportlichen und politischen Ereignisse im deutschen Kaiserreich verfolgen oder in ferne Städte und Landschaften blicken. Fuhrmanns Werbung beschrieb es so: „Durch das Kaiserpanorama ist das Problem gelöst, die Welt mit der Welt bekannt zu machen.“

![Blick durch den Eingang Unter den Linden in die Kaisergalerie](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaisergalerie-unter-den-linden-eingang-1-300x195.jpg)

![Luftaufnahme des Boulevards Unter den Linden mit Blick zum Brandenburger Tor](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/unter-den-linden-luftbild-1-300x214.jpg)

### Frühes Massenmedium

In einer frühen Form des Bildjournalismus versorgte August Fuhrmann aus seiner Berliner „Weltpanoramazentrale“ heraus bald bis zu 250 Niederlassungen in Europa und in Übersee mit stereoskopischen Bildern. Es war ein echtes Massenmedium, das sich nicht nur an wohlhabende oder gebildete Bevölkerungs-Schichten richtete. Dementsprechend groß war seine Verbreitung: Im Jahr 1909 waren bereits 100.000 Abzüge der 3D-Bilder im Umlauf.

![Blick von der Museumsinsel auf die Berliner Börse](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/berlin-boerse-stereoskopie-1-300x151.jpg)

Farb-Bilder wurden aufwendig von Hand hergestellt, indem man Schwarz-weiß-Bilder kolorierte, denn die Farbfotografie stand um 1900 noch in den Anfängen. August Fuhrmann hatte dafür ein spezielles Verfahren entwickelt und patentieren lassen, das seine schwarz-weißen Stereo-Bilder in natürlich erscheinenden Farben leuchten ließ.

### Konkurrenz durch den Film

Fuhrmanns Unternehmen, für das bis zu acht Fotografen tätig waren, war dank der geschickten Werbe- und Vertriebsstrategie seines Gründers wirtschaftlich erfolgreich und als „Kunstinstitut ersten Ranges“ bekannt. Der Konkurrenz durch das neue Medium Film hatte die Stereoskopie jedoch auf Dauer nichts entgegenzusetzen. Die Menschen verloren das Interesse an den unbewegten, stummen Bildern und strömten stattdessen in die Kinos, die oftmals prunkvolle Film-Paläste waren. Doch erst 1939 wurde das Berliner Kaiserpanorama in der Kaisergalerie geschlossen.

![Der nächtlich illuminierte Titania-Palast](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/titania-palast-steglitz-300x220.jpg)

![Originalgetreuer Nachbau eines Kaiserpanoramas in der Ausstellung Berlin Global](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-berlin-global-300x200.jpg)

### Das Kaiserpanorama live erleben

Das Stadtmuseum Berlin bewahrt in seiner Sammlung ein originales Kaiserpanorama auf. Es stammt aus einer niederländischen Niederlassung der „Weltpanoramazentrale“ und ist das einzige seiner Art in Berlin. Erworben im Jahr 1983, war es bis 2019 im [Märkischen Museum](https://www.stadtmuseum.de/museum/maerkisches-museum) in Betrieb. Seit 2021 ist eine funktionsfähige Nachbildung im Raum „Unterhaltung“ der Ausstellung BERLN GLOBAL im Humboldt Forum zu erleben.

Beim Museumsfest 2015 bot sich den Besucher:innen des Märkischen Museums die Gelegenheit, beim Wechsel der Bilderserie im Kaiserpanorama zuzusehen und dabei hinter die Kulissen des originalen Apparats zu blicken.

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![Sitzende Museumsbesucher blicken durch die Okulare des Kaiserpanoramas](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-08-1.jpg) Das originale Kaiserpanorama im Märkischen Museum, 2015 ![Demontage einer Seitenverkleidung.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-07-1.jpg) Die Außenverkleidung wird abgenommen. ![Museumsleute entfernen eine Seitenverkleidung.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-06-1.jpg) Auf der Innenseite der Außenverkleidung werden Beschriftungen sichtbar. ![Personen blicken ins geöffnete Kaiserpanorama.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-05-1.jpg) Das Innere des Kaiserpanoramas ist nun für die Leiterin der Fotografischen Sammlung zugänglich. ![Blick ins Innere des Kaiserpanoramas.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-04-1.jpg) Blick ins Innere des Kaiserpanoramas. ![Eine Museumsexpertin hält eine stereoskopische Aufnahme in die Kamera](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-02-1.jpg) Eine stereoskopische Aufnahme vor dem Einsetzen in das Kaiserpanorama. ![Nahaufnahme einer behandschuhten Hand, die eine stereoskopische Aufnahme gegen das Licht hält](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-03-1.jpg) Im Licht werden die Details der stereoskopischen Aufnahme auch mit bloßem Auge erkennbar. ![Eine Besucherin im Gespräch mit einer Museumsexpertin](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-stereoskopie-01-1.jpg) Eine Besucherin lässt sich die Funktionsweise des Kaiserpanoramas erklären.  ![Zwei Personen von hinten gesehen beim Blick in die Okulare des Kaiserpanoramas](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/05/kaiserpanorama-nachbau-berlin-global-300x196.jpg)

### BERLIN GLOBAL

**Berlin Ausstellung im Humboldt Forum**

Nehmen Sie hier einmal selbst am Kaiserpanorama Platz und sehen Sie die Welt durch die Linsen der stereoskopischen Fotografie!

[ Zur Ausstellung](https://www.stadtmuseum.de/museum/berlin-global)

## Mehr Berlin-Geschichten

- [ ![Hölzerner Doppeldeckerbus mit langer Motorhaube und Werbe-Aufschrift "Salem"](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/08/berliner-spielzeug-doppeldeckerbus-300x198.jpg)

Berliner Dinge

](https://www.stadtmuseum.de/thema/berliner-dinge)
- [ ![Selbstportrait des Berliner Fotografen Gerd Danigel](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/06/portrait-1024x815-1-300x239.jpg)

Fotografie

](https://www.stadtmuseum.de/thema/fotografie)
- [ ![Blick in den leeren, beleuchteten Kinosaal](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/02/kino-palette-berlin-300x208.jpg)

Film

](https://www.stadtmuseum.de/thema/film)
- [ ![Die belebte Waisenbrücke über die Spree, im Vordergrund ein ankerndes Ausflugsschiff, im Hintergrund das Märkische Museum am Märkischen Platz mit Kaufhaus Neu-Kölln](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/01/alte-waisenbruecke-maerkisches-museum-300x219.jpg)

Berliner Orte

](https://www.stadtmuseum.de/thema/berliner-orte)

Redaktionelle Bearbeitung: Heiko Noack