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title: "Die Weiße Frau"
date: 2023-04-17
last_modified: 2026-05-06T10:32:45+02:00
generated_at: 2026-05-14T13:59:40Z
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description: "Aus vielen Schlössern gibt es Geschichten über eine geisterhafte „Weiße Frau“. Auch das Berliner Schloss wurde der Legende nach von ihr heimgesucht – mit tödlichen Folgen, die bis heute Spuren hinterlassen haben."
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# Die Weiße Frau

![Bärtiger Mann mit Mantel, Hut und Stock flieht in dieser nächtlichen Stadtansicht angstvoll vor einer weißen Frauenerscheinung fliegt](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/die-weisse-frau-300x251.jpg)  Geisterhafte weiße Frauengestalt in Hans Baluscheks Grafik „Der neue Spiritualismus“, 1892

© Stadtmuseum Berlin

**Aus mehreren Schlössern und Burgen Europas gibt es Geschichten über eine geisterhafte **„Weiße Frau“****. **Auch das Berliner Schloss wurde der Legende nach von ihr heimgesucht - mit tödlichen Folgen, die bis heute Spuren hinterlassen haben.**

„Um die Erscheinung im sandfarbenen Gewand und einem Schleier aus Spinnweben ranken sich viele Sagen“, heißt es in „Sagen und alte Geschichten der Mark Brandenburg für Jung und Alt*“*  von W. Schwarz aus dem Jahr 1871. Und tatsächlich reicht die vor allem im 19. Jahrhundert populäre Geistergeschichte tief zurück in Berlins Vergangenheit.

## Der Hausgeist der Hohenzollern

Schon im 14. Jahrhundert trat die Weiße Frau zum ersten Mal [bei den Hohenzollern](https://www.stadtmuseum.de/artikel/die-hohenzollern-in-der-miniaturmalerei) in Erscheinung, die damals noch im fränkischen Nürnberg residierten. Es hieß, es handele sich um den Geist der Kunigunde von Orlamünde (um 1303 – 1382). Aus Liebe zu Burggraf Albrecht von Nürnberg (genannt „der Schöne“, 1319 – 1361) hatte sie infolge eines tragischen Missverständnisses ihre beiden Kinder getötet. Nach dem Tod „umherzugehen“ sollte ihre Strafe sein.

Mit dem Bau des Berliner Schlosses ab 1442 erschien der „Todesengel“ an diesem neuen Ort. Und immer soll kurz danach ein Familienmitglied der Hohenzollern gestorben sein. Doch es hieß, dass sie nie selbst der Grund dafür gewesen sei, sondern das Ereignis nur vorhergesagt hätte. Markgraf Joachim II. (1505 – 1571) soll sie sogar alle Tode der Familie angekündigt haben. Spätestens seit dem Ableben seines Sohnes Johann Georg (1525 – 1598) hatte sie einen festen Platz in der Überlieferung eingenommen.

![Turnierplatz und Schlossfassade](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/berliner-schloss-1592-93-300x203.jpg)  Ab 1442 spukte die Weiße Frau im Berliner Schloss, hier 1592/93 in einer Radierung von Philipp Uffenbach, 1592/93

© Stadtmuseum Berlin

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_gemaelde_johannsigismund_gem-79-22-234x300.jpg)  Kurfürst Johann Sigismund von Brandenburg, Gemälde eines unbekannten Künstlers, 1608-1616

© Stadtmuseum Berlin

### Flucht in die Poststraße

Dem Enkel Johann Georgs, Kurfürst Johann Sigismund (1572 – 1619) erschien die Weiße Frau ebenfalls. Am am 22. November 1619 flüchtete er sich daher ins Haus seines langjährig vertrauten Kammerdieners Anton Freitag in der Poststraße 4, wo er sich schon einige Male aufgehalten hatte. Dort verstarb der erst 47 Jahre alte Kurfürst gut vier Wochen später im Beisein seiner Familie. Die Weiße Frau hatte ihn auf dem Gewissen - so will es die Legende. Tatsächlich hatte der Kurfürst bereits 1616 einen Schlaganfall erlitten, infolgedessen er die Regierungsangelegenheiten schon zu Lebzeiten in die Hände seines Sohnes Kurprinz Georg Wilhelm legte.

Anton Freitag stiftete seinem verstorbenen Dienstherren eine Gedenktafel mit einer lateinischen Widmung, die er über dem Sterbebett anbringen ließ. Die Inschrift lautete frei übersetzt: „Im Jahre Christi 1619, am 23. Dezember, nachmittags 3 Uhr gab an dieser Stelle nach Überwindung der Leiden dieser Welt und nachdem er 47 Jahr, 1 Monat und 4 Tage auf dieser Erde gelebt Gott seine Seele zurück der erlauchteste Fürst und Herr, Herr Johann Sigismund …“.

### Spuren der Legende

Ab 1875 war die Gedenktafel ein Thema für [das Märkische Provinzial-Museum](https://www.stadtmuseum.de/gruendung-maerkisches-provinzialmuseum), aus dem später das Stadtmuseum Berlin hervorgegangen ist. Als zeitgeschichtliches Dokument sollte sie Teil der Sammlung werden. Doch sowohl die originale Tafel als auch ein später geschaffener Gips-Abguss sind verschollen.

So ist aus der Legende um die Weiße Frau ein ganzes Bündel von Geschichten entstanden, das nicht nur im Berliner Sagenschatz, sondern auch in der Stadt selbst sowie in zahlreichen Dokumenten und Bildern des Stadtmuseums Berlin Spuren hinterlassen hat.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_05_gedenktafel-267x300.jpg)  Gedenktafel im Sterbezimmer des Kurfürsten Johann Sigismunds. Nur kurze Zeit nach Enstehen dieser Aufnahme verliert sich 1916 ihre Spur.

© Stadtmuseum Berlin

*Redaktionelle Bearbeitung: Heiko Noack*

## Dokumente und Bilder

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![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_04_stellungnahme_buchholz_1901.jpg) Johann Sigismund und die Weiße Frau beschäftigte bis ins späte 19. Jahrhundert selbst höchste Regierungskreise. So wurde ein Sachbearbeiter des Märkischen Museums, der Kustos Rudolf Buchholz, gebeten, eine Anfrage des Ministers der geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten zu beantworten. Buchholz schrieb die Legende für ihn auf.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_05_gedenktafel.jpg) Bis 1916 hing die Gedenktafel in einem Hinterzimmer der Konditorei Boretius in der Poststraße 4, dem Sterbezimmer Johanns Sigismunds. Im selben Jahr kaufte sie der Direktor des Hohenzollern-Museums, Paul Seidel, im Kunsthandel für dessen Sammlung und berichtet im Jahrbuch davon. Damit verliert sich ihre Spur.   ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_06_brieffriedel.jpg) Das Foto zeigte nicht den Originalzustand der Tafel. Konditor Boretius hatte sie verändern lassen, wie dieses amtliche Schreiben von Ernst Friedel, damals Direktor des Märkischen Provinzialmuseums, vom 24. Oktober 1901 dokumentiert: „Der jetzige Besitzer hat die alte Patina mit Lack überstreichen lassen und zwar Grund und Rahmen schwarz, die Buchstaben mit Goldbronze, damit die Inschrift leichter lesbar sei \[...\]“.   ![Blick über die Burgstraße mit Kutschen auf das historische Kurfürstenhaus](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_08_herrmannrueckwardt_poststrasse.jpg) Bei dem hell hervorgehobenen Gebäude rechts handelt es sich um das Gebäude, in dem Johann Sigismund verstarb. Seither nannte man das unscheinbare Haus in der Poststraße 4 „Kurfürstenhaus“.    ![Stadtplanausschnitt mit Nikolaikirche und schräg rechts gegenüberliegendem Kurfürstenhaus](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/stadtplan-1865-kurfuerstenhaus.jpg) Der Stadtplan von 1865 zeigt das Kurfürstenhaus in der Poststraße 4 in Bezug auf die nahegelegene Nikolaikirche. Die „Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins“ schrieben darüber 1903: „Nicht allen, welche die Tafel jetzt an der Wand des Rauchzimmers der Boretiusschen Konditorei sehen, wird es bewußt, dass Sie sich im Sterbezimmer eines hohenzollernschen Kurfürsten befinden …“.    ![Blick über das Wasser auf die Burgstraße mit neuem Kurfürstenhaus, im Hintergrund die historischen Gebäude auf dem Mühlendamm](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/thementour_weissefrau_galerie_09_kurfuerstenhaus_um1910.jpg) Links im Bild das heute noch erhaltene, ebenfalls Kurfürstenhaus genannte Gebäude in der Burgstraße 8 (seit 1984 Spreeufer), fotografiert um 1910. Zu dieser Zeit hatte sich die Bezeichnung „Kurfürstenhaus“ vom originalen Gebäude auf dessen 1897 errichtetes Nachbarhaus in der Poststraße 5 übertragen. Dessen Grundstück reichte bis zur Spree, so dass sich auch dort der Name wiederfand. 1922 wurden die beiden Grundstücke vereinigt und das ursprüngliche Kurfürstenhaus für den Neubau eines Geschäftshauses abgerissen.   ![Fotografie des handschriftlichen Dokuments](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/04/stadtmuseumberlin_07_inventarbuch-e1732871891934.jpg) Dieser Inventar-Eintrag des Märkischen Provinzial-Museums belegt, dass es einmal einen Gips-Abguss der Tafel gab: „Gipsabguß einer Gedenktafel mit lateinischer Inschrift von Anton Freitag und seiner Gattin Anna Steinfelderin 1619 dem Kurfürsten Johann Sigismund gewidmet. Die Messingtafel befand sich im Kürfürsten-Haus, Postraße 4 zu Berlin an der Stelle des Sterblagers Johann Sigismunds.“  ## Mehr Berlin-Geschichten

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![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/06/berliner-mauer-brandenburger-tor-300x215.jpg)](https://www.stadtmuseum.de/thema/stadtgeschichte)
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![farbige historische Karte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/provinz-brandenburg-1905-300x238.jpg)

Landesgeschichte

](https://www.stadtmuseum.de/thema/landesgeschichte)
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![Ein Kirchturm aus der Ferne, links und rechts davon Minarette](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/05/DSCN2017-300x178.jpg)

Glaube

](https://www.stadtmuseum.de/thema/glaube)
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![Zille mit Mantel, Hut und Zigarillo](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/08/heinich-zille-postkarte-1918-300x235.jpg)

Berliner Persönlichkeiten

](https://www.stadtmuseum.de/thema/berliner-persoenlichkeiten)

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![Holzstich aus dem Jahr 1887, auf dem Menschen in einer Küche zu sehen sind. Es handelt sich um eine von zwei Küchen im barocken Berliner Schloss.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/08/Schlosskueche_SchlossBerlin-300x225.jpg)

### Das Berliner Schloss als Arbeitsplatz

Das Berliner Schloss war lange Herrschersitz. Doch wer herrschte hier eigentlich wirklich? Ein Blick in den Arbeitsalltag des Schloss-Personals um 1730, zur Zeit von König Friedrich Wilhelm I.

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](https://www.stadtmuseum.de/artikel/berliner-schloss-um-1730)

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![Fons Branssers S-Bahn-Streckenplan seines Projekts "Berlin - Geisterbahn" mit allen S-Bahn-Strecken und -Bahnhöfen der damaligen Zeit.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/berlin-geisterbahn-300x213.jpg)

### Berlin Geisterbahn

Der niederländische Fotograf Fons Brasser besuchte in den 1980ern das geteilte Berlin. Mit seinen Fotos wurde er zum Dokumentar stillgelegter S-Bahnhöfe.

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](https://www.stadtmuseum.de/story/berlin-geisterbahn)

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!["Selbstbildnis 1918" ist oben rechts auszumachen, unten links steht in Großbuchstaben "Hans Baluschek". Zu sehen ist ein Mann im Profil, der knapp am Betrachter vorbeischaut, der Blick wirkt auch melancholisch. Sei Haar ist in der Mitte gescheitelt. Seine Augenbrauen wirken sehr buschig. Er trägt einen Schnauzbart im Kaiser-Wilhelm-Stil. Er trägt beigefarbene Malerkleidung, darunter trägt er ein weißes Hemd, das am Hals mit einer schwarzen Krawatte verschlossen ist. Der Hintergrund ist schwarz gestrichelt.](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/01/Baluschek_Selbstbildnis_1925-232x300.jpg)

### Hans Baluschek

Seine aufrüttelnde, sozialkritische Kunst und sein Engagement für Künstler:innen haben Hans Baluschek (1870-1935) über Berlin hinaus bekannt gemacht.

Artikel, 7 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/artikel/hans-baluschek)

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![Aus Haaren gefertigtes, holzgerahmtes Bild einer Trauerweide über einem Grab mit Kreuz und Sträuchern](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/04/haarbild-243x300.jpg)

### Haarbild (1864)

Mit einem Bild aus menschlichem Haar erinnern wir an eine einst verbreitete Form des Genkens an Verstorbene.

Artikel, 3 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/artikel/haarbild)

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![Lost Place: Marinehaus](https://www.stadtmuseum.de/story/lost-place-marinehaus)

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/Pestarzt-©-Stadtmuseum-Berlin_Foto-Christian-Kielmann-300x169.jpg)  Stiftung Stadtmuseum: Pressekonferenz BerlinZEIT im Ephraim-Palais Copyright: Christian Kielmann für Stiftung Stadtmuseum

© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Christian Kielmann

### BerlinZEIT

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[ Zur Ausstellung](https://www.stadtmuseum.de/ausstellung/berlinzeit)