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title: "Ernst Litfaß"
date: 2022-10-11
last_modified: 2026-05-06T10:34:44+02:00
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description: "Seit mehr als 170 Jahren ist die Litfaßsäule ein Berliner Wahrzeichen. Wir stellen das Leben, Wirken und den Nachlass ihres Erfinders Ernst Litfaß vor."
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# Ernst Litfaß

Ernst Litfaß, nach 1862

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Senteck &amp; Co., Berlin

![Foto von Ernst Litfaß](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/ernst-litfass_0-300x170.jpg)

**Seit mehr als 170 Jahren ist die Litfaßsäule ein Berliner Wahrzeichen. In unserem Beitrag stellen wir das Leben, Wirken und den Nachlass ihres Erfinders Ernst Litfaß vor.**

Ernst Theodor Amandus Litfaß, im Volksmund schon zu Lebzeiten mit dem respektvollen Beinamen „Reklamekönig“ versehen, zählt zu den erfindungsreichsten Köpfen des 19. Jahrhunderts. Durch die nach ihm benannten Anschlagsäulen, die einst zu Tausenden das Stadtbild Berlins und vieler anderer Städte prägten, ist sein Name bis heute weithin bekannt. Als Druckereibesitzer, Verleger, Erfinder, Publizist, Eventmanager und Laienkünstler erwarb sich Litfaß große Verdienste. Und nicht zuletzt sein soziales Engagement brachte ihm Ansehen und den Respekt seiner Zeitgenoss:innen ein.

## Eine Künstlerseele beugt sich dem Druck

Ernst Litfaß, geboren am 11. Februar 1816 in Berlin, entstammte einer alter Buchdruckerfamilie. Sein Vater Ernst Joseph Gregorius (1781 – 1816), der bereits kurz nach der Geburt des Sohnes starb, war Besitzer einer Buchdruckerei und Verlagsbuchhandlung in der Berliner Adlerstraße 6 – einer seit den späten 1930er Jahren überbauten Straße, an deren Stelle sich heute das Haus am Werderschen Markt (Auswärtiges Amt) befindet. Nach seinem Tod führte Leopold Wilhelm Krause (vor 1800 – 1846) das Geschäft erfolgreich weiter, ein Berliner Buchdrucker, Buchhändler und zu jener Zeit Verwalter der Litfaß‘schen Druckerei, der später Ernst Litfaß‘ Stiefvater werden sollte. Mit dem Druck von Bilderbogen, Reisebüchern und Zetteln für [Berliner Theater](https://www.stadtmuseum.de/thema/theater) verdiente das Unternehmen gutes Geld.

![Eine Karte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/adlerstrasse-litfasssche-druckerei-300x290.jpg)  Lage der Litfaß‘schen Druckerei (rot umrahmt) in der Berliner Adlerstraße 6, nahe der heute noch erhaltenen Jungfernbrücke

© Stadtmuseum Berlin

Auf Wunsch der Mutter und des Stiefvaters macht Ernst Litfaß eine Lehre in der Schlesinger‘schen Buch- und Musikalienhandlung Unter den Linden. Zwar schließt er diese erfolgreich ab, widmet sich aber in den darauffolgenden Jahren dem Reisen und seiner eigentlichen Leidenschaft – der Schauspielerei. So gründet Ernst Litfaß etwa das „Lätitia“-Theater am Weinbergsweg beim Rosenthaler Tor. Als die Buchdruckerei seines Stiefvaters Krause jedoch 1845 durch dessen Krankheit in eine Zwangslage gerät, kauft Litfaß ihm das Geschäft ab. Nach dem Tode Krauses 1846 beginnt er das Unternehmen vollständig zu modernisieren, wozu die Umstellung von Holz- auf Schnellpressen gehörte.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/04/berlin-jungfernbruecke-1904.jpg)

## Politisches, geschäftliches und gesellschaftliches Engagement

Während der 1848er Revolution betätigt sich der bekennende Demokrat Litfaß als Verleger und Drucker von politischen Flugblättern, Zettelanschlägen und dem Satireblatt „Berliner Krakehler“, das alsbald verboten wird. Nach dem Scheitern der Revolution ist es mit der hochtrabenden demokratischen Gesinnung vorbei: Litfaß wird königstreuer Patriot und bleibt es bis zum Tode. Davon zeugen Ergebenheitsadressen zu königlichen Geburtstagen, aber auch der kostenlose Druck von Kriegsdepeschen während des Deutsch-Österreichischen (1866) und des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71). Selbst sein soziales Engagement steht nicht im Widerspruch zur Obrigkeit: Die von Litfaß organisierten Feste, Konzerte, Feuerwerke und Spendenaktionen sollen vor allem notleidenden Veteranen, Kriegsversehrten und Soldatenwitwen helfen.

![Zeitung „Berliner Krakehler“ vom 4. Juli 1848](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/berliner-krakehler-214x300.jpg)  Ausgabe des von Litfaß herausgegebenen „Berliner Krakehler“ vom 4. Juli 1848 © Stadtmuseum Berlin

© Stadtmuseum Berlin

Auch verlegerisch blieb Litfaß aktiv. 1845 dokumentiert er in seinem Buch „Denkmäler der Entschlafenen“ alle Grabinschriften des Dom-Kirchhofs in der östlich vom Alexanderplatz gelegenen Elisabethstraße (nach 1945 überbaut). 1851 gründet er mit dem „Tages-Telegraph“ das erste Berliner Stadtmagazin mit Tipps und Terminen für Theater, Konzerte, Vergnügungen und Restaurants. 1858 folgt mit der „Theater-Zwischen-Akts-Zeitung“ der Vorläufer heutiger Theater-Programmhefte. Zudem vollendet er die 1773 vom Enzyklopädisten und Naturforscher Johann Georg Krünitz (1728 – 1796) begründete und bereits von seinem Vater und Stiefvater herausgegebene „Krünitzsche Enzyklopädie“ – ein sage und schreibe 242-bändiges Standardwerk der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirtschaft.

Seine größte Energie verwendet Ernst Litfaß jedoch seit Ende der 1840er Jahren auf die Entwicklung neuer Werbemöglichkeiten, besonders im Hinblick auf Plakate. So stellt er 1849 anlässlich der Berliner Industrieausstellung ein Riesenplakat mit der für Deutschland bahnbrechenden Größe von rund sechs mal zehn Metern her. Doch sein größter Erfolg sollte ihm noch bevorstehen.

### Entstehung und Siegeszug der Litfaßsäule

Wie in allen großen Städten gibt es auch in Berlin zu dieser Zeit ein Problem mit „wilder“ Plakatierung. Überall kleben Plakate: an Wänden, an Zäunen, an Bäumen, und wo kein Platz mehr ist, klebt man sie kurzerhand übereinander. Alte Plakate lösen sich, flattern im Wind oder werden irgendwann davongetragen und verschandeln so das Stadtbild. Um diesem Mißstand abzuhelfen, entwickelt Litfaß die Idee, an den belebtesten Straßenecken und Plätzen Berlins Anschlagsäulen aufzustellen. Nur hier soll noch plakatiert werden.

Inspiriert wird er dazu vermutlich auf einer seiner Reisen nach London oder Paris, wo es schon Vorläufer der späteren Litfaßsäule gibt. So besucht er Paris etwa zum Jahreswechsel 1853/54, vermutlich mit seinem Freund, dem Zirkusdirektor Ernst Renz. Ernst Litfaß ist tief beeindruckt von der Weltstadt: „Es ist nun einmal alles großartig in Paris“, schreibt er in einem Reisebericht. Er schwärmt von der gewaltigen und wirksamen Reklame, von den „Riesen-Annoncen“, die diese „Riesenstadt“ auch brauche und notiert:

![Ein Gemälde von der „Annoncir-Säule“](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/litfasssaeule-221x300.jpg)  Die „Annoncir-Säule“ wird schnell zum zentralen Werbe- und Informationsmedium der Stadt

© Stadtmuseum Berlin

> „Die Schaufenster in Paris verhalten sich zu den hiesigen, wie die Leipziger Messe zu dem Jahrmarkt in Friesack \[...\] Nicht bloß die Straßenecke, Pfeiler und Brunnen, nein auch die Dächer und Schornsteine selbst sind mit Firmen bemalt und beschrieben.“

Was er nicht beschreibt, sind die bereits seit 1839 in Paris vorhandenen „Colonnes urinairs“, den Toilettenhäuschen, die in ihrer Zweitfunktion an den Außenwänden Anschlagzettel trugen. Ließ sich Litfaß von ihnen inspirieren? Vielleicht. Auf jeden Fall mussten die Leser:innen der neuesten Anschläge an diesem frühen Werbeträger notgedrungen üble Gerüche in Kauf nehmen. Möglicherweise ist diese Erfahrung für Litfaß ausschlaggebend, Pissoirs als Anschlagssäulen nicht weiter in Erwägung zu ziehen. Zwar hatte es in London bereits ab 1824 eine Vorstufe der späteren Anschlagsäule gegeben. Doch es liegt nahe, dass die Parisreise in Litfaß die Idee einer „Annoncir-Säule“ erweckte, denn im Sommer des Jahres 1854 legt er dem Polizeipräsidenten von Berlin, Karl Ludwig von Hinckeldey (1805 – 1856), seinen Plan vor.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/der-junge-ernst-litfass.jpg)

## Höfische Weihen für den „Säulenheiligen“

Bereits am 5. Dezember 1854 wird zwischen dem Polizeipräsidium und Litfaß ein Vertrag unterzeichnet, der Litfaß die Konzession für die Aufstellung und Nutzung von 150 „Annoncir-Säulen“ für die Dauer von 15 Jahren zusichert. Nach Ablauf dieser Zeitspanne sollen die Säulen an das Polizeipräsidium als dem neuen Eigentümer übergehen. Gleichzeitig erhält Litfaß die ausschließliche Berechtigung, „für die an Säulen und Pissoirs zu heftenden Zettel eine \[…\] Abgabe zu nehmen".

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![Ernst Litfaß' Ehrenmitgliedschafts-Urkunde der Darlehens-Bank selbständiger Handwerker, 1857](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/darlehens-bank-ehrenmitglied-ernst-litfass-1.jpg) Ernst Litfaß' Ehrenmitgliedschafts-Urkunde der Darlehens-Bank selbständiger Handwerker, 1857  ![Herren-Eintrittskarte zum „Litfaß-Ball“ in der Krolloper, 1856](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/cavalier-billet-redoute-litfass-1.jpg) Herren-Eintrittskarte zum „Litfaß-Ball“ in der Krolloper, 1856 ## Ein Berliner Wahrzeichen

![„Berlin’s neue Anschlag Säulen“ (Ausschnitt)](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/berlins-neue-litfasssaeulen-300x203.jpg)  „Berlin’s neue Anschlag Säulen“ (Ausschnitt)

© Stadtmuseum Berlin

![Zeitungs-Karikatur](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/litfassliche-darstellung-194x300.jpg)  „Litfaßliche Darstellung der Zukunft der preußischen Literatur“, Zeitungs-Karikatur, Berlin, 1855

© Stadtmuseum Berlin

## Neuartige „Annoncir-Säulen“

Allein 1855 wurden in Berlin 100 Litfaßsäulen aufgestellt. In kürzester Zeit wurden sie zu einem prägenden Bestandteil des Straßenbildes und zu einem Wahrzeichen von Berlin.

Von der Aufstellung der Säulen verspricht sich Hinckeldey eine Regulierung des Plakat(un)wesens. Es steht nur noch eine begrenzte Fläche zur Verfügung, die Größen und Formate sind vorgegeben. Das Plakatieren ist nun mit der Entrichtung einer Gebühr verbunden und allein durch eine dafür verantwortliche Person auszuführen – Ernst Litfaß. Die erste Säule wird am 15. April 1855 an der Ecke Münzstraße/Grenadierstraße (seit 1951 Almstadtstraße) aufgestellt. Natürlich ist mit dem Plakatieren an der Anschlagsäule ganz nebenbei eine inoffizielle Zensur entstanden, denn Litfaß stellt einen Anschlag-Inspektor ein, der jeden Morgen alle Säulen inspiziert. Für die Obrigkeit sicherlich ein sehr erwünschter Nebeneffekt.

Nicht nur wirtschaftlich hat Ernst Litfaß mit seinem Beinahe-Monopol auf Plakatwerbung ausgesorgt. Auch gesellschaftlich genießt der halb scherzhaft, halb respektvoll so genannte „Säulenheilige“ hohes Ansehen. 1863 wird er sogar zum Königlichen Hofbuchdrucker ernannt. Mit der Ankündigung der Siamesischen Zwillinge, die im Jahre 1869 im Zirkus Renz auftreten, setzt Litfaß darüber hinaus einen weiteren Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Reklamekunst in Deutschland, denn dies ist das erste farbige Plakat, das in Berlin gedruckt wird. Um es auszuführen, richtet er eigens ein Atelier für Buntdruck ein. 1871 feiert er sein 25-jähriges Geschäftsjubiläum.

![Ein Foto von der Litfaßsäule vor dem alten Berliner Rathaus](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/altes-rathaus-berlin-224x300.jpg)  Litfaßsäule vor dem alten Berliner Rathaus, Ecke Spandauer Straße / Königstraße (seit 1951 Rathausstraße)

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![Glückwunschkarte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/glueckwuensche-geschaeftsjubilaeum-ernst-litfass_0-300x246.jpg)  Glückwunschkarte der „Zettelanschläger“ an Litfaß zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum am 16. Januar 1871

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![Menükarte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/menue-ernst-litfass-205x300.jpg)  Aufwendig gedruckte Menükarte zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum, Januar 1871

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Drei Jahre später, am 27. Dezember 1874 verstirbt Ernst Litfaß überraschend während eines Kuraufenthalts in Wiesbaden. Die genaue Todesursache ist nicht bekannt, doch hatte er zeit seines Lebens viel gearbeitet. Zudem verlor er von 1866 bis 1872 fünf Enkelkinder, 1873 einen Schwiegersohn und seine geliebte Frau, die Gastwirtstochter Alexandrine Emilie Adelheid, geborene Wersig – ein besonders schwerer Schlag für den Familienmenschen Litfaß. Die Beisetzung erfolgte am 1. Januar 1875 auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin.

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![Sterbeurkunde](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/sterbeurkunde-ernst-littfass.jpg) Beglaubigte Sterbeurkunde von Ernst Litfaß, ausgestellt in Wiesbaden, 12. April 1921  ![Ernst Litfaß im Matrosenanzug](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/ernst-litfass-matrosenanzug.jpg) Ernst Litfaß im Matrosenanzug, um 1865### Der Nachlass

Der Nachlass von Ernst Litfaß kam nach 1925 ins [Märkische Museum.](https://www.stadtmuseum.de/museum/maerkisches-museum) Heute gehört er als Teil der [Dokumentensammlung](https://www.stadtmuseum.de/sammlung/sammlungen/stadt-und-landesgeschichte/dokumentensammlung#:~:text=Die%20Dokumentensammlung%20umfasst%20etwa%20350.000,Jahrhundert.&text=Darunter%20befinden%20sich%20250%20Nachl%C3%A4sse,Urkunden%20und%20rund%2040.000%20Ansichtskarten.) zu den wichtigsten Nachlässen am Stadtmuseum Berlin. Vermutlich stellte Ernst Litfaß den Nachlass selbst zusammen. Die darin enthaltenen Dokumente informieren insbesondere über sein geschäftliches und gesellschaftliches Wirken. Sein privates Leben klammert er fast vollständig aus.

Besonders beeindruckend ist ein umfassendes Konvolut von Dokumenten, das Litfaß in Leder binden und auf dem Einband in Goldbuchstaben mit seinem Namen versehen ließ. Es beinhaltet unter anderem einen eigenhändig geschriebenen Lebenslauf, Briefe, Einladungen, Gedichte, Dankschreiben und Zeitungsausschnitte. Heute besitzt dieser 44 mal 28 Zentimeter große Band unschätzbaren Wert für die Erforschung der Person Ernst Litfaß und der Geschichte von Berlin.

Ehemals als Buch gebunden, hat das Werk die Zeit nicht schadlos überstanden: Der Buchrücken fehlt vollständig, die Bindung ist weitgehend aufgelöst und die Ränder der Seiten sind so brüchig, dass einzelne oder mehrere zusammenhängende Seiten in Mappen verpackt werden mussten, um sie zu erhalten. Fotokopien der Originalseiten ermöglichen nichtsdestotrotz die Nutzung der einzigartigen Dokumente zu Forschungszwecken.

![ein Buch mit den 600 Seiten umfassenden Litfaß-Nachlass](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/ernst-litfass-nachlass-200x300.jpg)  Der Zahn der Zeit hat am 600 Seiten umfassenden Litfaß-Nachlass seine Spuren hinterlassen.

© Stadtmuseum Berlin

Darüber hinaus umfasst der Nachlass unterschiedlichste einzelne Dokumente, vor allem die von der Litfaß‘schen Druckerei gefertigten Theaterzettel sowie Konzertprogramme, Ausschnitte aus der Theater-Zwischen-Akts-Zeitung und Fotografien. Auch im Stadtbild ist Ernst Litfaß immer noch präsent: Am Standort der allerersten „Annoncir-Säule“ in der Münzstraße erinnert seit 2006 eine Litfaßsäule aus Bronze an den deutschen Werbepionier.

## Die Litfaßsäule in Bildern

Ab 1854 waren Litfaßsäulen in Berlin allgegenwärtig. Noch 2019 gab es mehr als 2.500 Stück in allen Teilen der Stadt. Ursprünglich aus Eisenblech, später aus Kunststein und zuletzt meist aus Beton gefertigt, wurden sie inzwischen größtenteils abgebaut und teilweise durch größere, beleuchtete Exemplare ersetzt. Gegenwärtig gibt es in Berlin noch 24 historische Litfaßsäulen, errichtet zwischen 1900 und 1987.

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![Prunkvolle Miniatur-Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/ernst_litfass_008.jpg) Prunkvolle Miniatur-Litfaßsäule, ein Geschenk der Mitarbeiter an Ernst Litfaß zum 25-jährigen Geschäftsjubiläum, 1871&lt;br&gt; ![Arbeiter auf Leiter beim Plakatekleben, Blick zur Kamera](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/25ca5ec6-d920-4ab4-8a7a-0a7fe8e1c2aa.jpg) Plakatkleber an Litfaßsäule, Berlin, 1906 ![Umgestürzte Litfaßsäule als Straßensperre während der Märzkämpfe 1919](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/berlin-litfasssaeule-maerzkaempfe-1919.jpg) Umgestürzte Litfaßsäule als Straßensperre auf der Kreuzung Brunnenstraße/Invalidenstraße während der Berliner Märzkämpfe 1919.&lt;br&gt; ![Lesende Menschengruppe an einer lange Schatten werfenden Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/67c86154-3ed7-449b-bd3a-82d24a99b975.jpg) Litfaßsäule, Zeichnung von Heinrich Zille, 1920 ![Zeichnung eines sitzenden, singenden Bettlers an belebter Straße, im Hintergrund eine Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/a22ea02f-3b52-4b17-b7b3-de1ad248fdad.jpg) Der Straßensänger, Grafik von Ernst Baluschek, 1926 ![Litfaßsäule vor Ruinen, im Vordergrund ein Fußgänger in Winterkleidung mit Fahrrad](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/ca6d0784-800a-446e-aede-5c58089776cf.jpg) Litfaßsäule inmitten von Ruinen, Berlin, 1951 ![Blick entlang leicht beschädigter Altbauten auf die schwer beschädigte Petrikirche, links im Vordergrund eine Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/a9d587af-f769-4cd6-9e5b-7d05c2c87c79.jpg) Litfaßsäule in der Brüderstraße, Ecke Neumannsgasse, Berlin-Mitte, 1957 ![Litfaßsäule mit CDU-Wahlplakat und Slogan "Auch morgen in Freiheit Leben, CDU"](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/b95d54c9-097c-44af-a70c-5a741a4e20a3.jpg) Litfaßsäule mit Wahlplakat zur Bundestagswahl, 1961 ![Litfaßsäule am Sophie-Charlotte-Platz](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/10/berlin-litfasssaeule-sophie-charlotte-platz-1963-rolf-goetze.jpg) Litfaßsäule an der Ecke Windscheidstraße/Bismarckstraße, Charlottenburg, 1963&lt;br&gt; ![Litfaßsäule mit Werbung "Jetzt australische Äpfel aus neuer Ernte, knackig frisch", darunter Plakat "Wer nicht raucht, lebt gesünder".](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/5e2a7c2e-b56a-4d8d-98c7-18ced8c9445d.jpg) Litfaßsäule nahe dem Brandenburger Tor, Tiergarten, 1964 ![Blick über den belebten Bürgersteig auf Litfaßsäule mit Zigarettenwerbung, im Hintergrund der Eingang zum U-Bahnhof Kurfürstendamm](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/d46240fe-4813-432b-a74d-806576ea5572.jpg) Litfaßsäule am Kurfürstendamm, Charlottenburg, 1969 ![Historisierende grüne Litfaßsäule vor Gründerzeithäusern und geparkten PKWs der 1960er Jahre](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/e259e29c-ffcd-4920-b2e8-538b78efa5fe.jpg) Litfaßsäule in einer Charlottenburger Straße, 1970 ![Blick auf den Friedrichstadt-Palast, im Vordergrund eine Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/0456dbe6-e6cc-434b-b31b-1538f4d2cbfd.jpg) Litfaßsäule vor dem alten Friedrichstadt-Palast am Schiffbauerdamm, Mitte, 1975 ![Straßenszene mit Litfaßsäule und Zigarettenwerbung](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/b20034a8-eee4-4223-8483-250b834a60eb.jpg) Litfaßsäule am Kurfürstendamm, Charlottenburg, 1986 ![Litfaßsäule vor altem Kasernengebäude aus Backstein an der Wilhelmstraße](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/2b745331-1789-4a7c-a215-2e66a89a77d6.jpg) Litfaßsäule an der Ecke Adamstraße/Wilhelmstraße gegenüber dem alliierten Kriegsverbrecher-Gefängnis in Wilhelmstadt (Spandau), 1984 ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/08/1989-berlin-litfasssauele-schlussakkord.jpg) Litfaßsäule mit Puhdys-Plakat zur Tour „Schlußakkord“, Ost-Berlin, November 1989 ![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/08/1990-berlin-hellersdorf-litfasssaeule.jpg) Gefallene Litfaßsäule nach dem Mauerfall, Hellersdorf, 1990 ![Blick auf den unbelebten Platz mit zusammengefalteten Sonnenschirmen und weiß-goldener Litfaßsäule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2025/10/637204f1-3588-49fb-8d10-9159f08a9659.jpg) Litfaß-Platz mit Litfaßsäulen-Denkmal nahe dem Hackeschen Markt in Berlin-Mitte, 2018##### WEITERE INFORMATIONEN

Deutschlandfunk
**Die Litfaßsäule – anlässlich ihrer Abschaffung**
Ein Radiobeitrag von Ruth Johanna Benrath und Astrid Litfaß

[   zum Beitrag ](https://www.hoerspielundfeature.de/wurfsendungs-serie-die-litfasssaeule-anlaesslich-ihrer-100.html)

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© Stadtmuseum Berlin | Foto: Romina Becker

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