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title: "Jüdisches Leben in der Villenkolonie Grunewald"
date: 2022-09-02
last_modified: 2025-12-30T11:58:52+01:00
generated_at: 2026-05-14T11:51:49Z
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description: "Die Audiotour folgt den Spuren von drei Berlinern mit jüdischem Familienhintergrund, die den Nationalsozialismus überlebten: Fritz Ascher, Alfred Kerr und Konrad Latte."
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# Jüdisches Leben in der Villenkolonie Grunewald

Fritz Ascher, Alfred Kerr und Konrad Latte vor dem Hintergrund des Berliner Stadtplans

© Stadtmuseum Berlin / Openstreetmap | Collage: Peter Schnappauf

![Zeichnung von Fritz Ascher, Alfred Kerr und Konrad Latte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/08/juedisches-leben-grunewald-1-300x133.jpg)

Die Audiotour folgt den Spuren von drei Berlinern mit jüdischem Familienhintergrund, denen es gelang, die Zeit des nationalsozialistischen Terrors und der antisemitischen Exzesse zu überleben.

Das Jahr 2021 stand im Zeichen von 1700 Jahren jüdischem Leben auf dem heutigen Gebiet Deutschlands. Die erste schriftliche Spur dieser langen Geschichte findet sich auf einem Erlass des römischen Kaisers Konstantin vom 11. Dezember des Jahres 321. Doch zu dieser Geschichte gehört auch und gerade in Berlin die Zeit der Vertreibung und Verfolgung von 1933 bis 1945. Annähernd 85.000 jüdische Berliner:innen konnten sich durch Flucht und Auswanderung retten, etwa 5.000 versuchten im Untergrund zu überleben, was nur etwa 2.000 dieser „Illegalen“ gelang – einigen von ihnen in der Villenkolonie Grunewald, einem Zentrum jüdischen Lebens in Berlin.

> Lesen und hören Sie hier die Geschichte der drei Künstler und folgen Sie ihren Spuren in Bildern, auf der Karte oder mit dieser Audiotour unterwegs vor Ort.

## Die Villenkolonie Grunewald

## Einleitung: Lebendige Geschichte

## Fritz Ascher

## Episode 1: Überleben im Versteck

In der Lassenstraße 28 erinnert heute nichts mehr an das Versteck des jüdischen Künstlers Fritz Ascher (1893–1970), der im Keller des Vorgängerbaus vom 15. Juni 1942 bis zum 29. April 1945 die nationalsozialistische Verfolgung überlebte.

![Lage der Lassenstraße 28 auf einem Stadtplan von Berlin-Grunewald](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-01-ueberleben-im-versteck-300x225.jpg)  Lage des Hauses Lassenstraße 28

© Openstreetmap

![Fotomontage einer historischen und einer heutigen Fotografie des Grundstücks Lassenstraße 28, aufgenommen vom Gehweg](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/02_lassenstrasse-28-300x110.jpg)  Die Lassenstraße 28 heute und das Vorgängergebäude (ohne Jahresangabe)

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild links), © Landesarchiv Berlin, B Rep. 209-01 Nr. 94-13747 | Foto: Photo-Staudt; Berlin-Tempelhof, Wolframstraße 48 (Bild rechts)

## Episode 2: Die Familie Ascher

Wer war Fritz Ascher? 1893 wird er als ältester Sohn des Zahnarztes Hugo Ascher in Berlin geboren, der eine Praxis am Spittelmarkt betreibt. Er hat zwei jüngere Schwestern: Charlotte und Grete.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/03_hugo_ascher_spittelmarkt.jpg)

## Episode 3: Aschers Jugend

Die Familie kommt zu Wohlstand und bezieht 1909 eine vom Architekten Paul Schultze-Naumburg gebaute, repräsentative Villa in der Zehlendorfer Niklasstraße. Sie ist eines der ersten fertiggestellten Anwesen in dem zu dieser Zeit noch unbebauten Viertel. Fritz ist jetzt 16 Jahre alt und will Künstler werden.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/04_niklasstrasse.jpg)

## Episode 4: Aschers Ausbildung

Von Max Liebermann (1847–1935), einem Mitbegründer der Künstlergruppe *Berliner Secession*, erhält Fritz Ascher 1909 als Abschluss seiner Studien das begehrte Künstlereinjährige. Mit dieser Empfehlung geht er an die Kunstakademie nach Königsberg (heute Kaliningrad) zu Ludwig Dettmann (1865–1944). Durch diesen Maler, seit 1900 Direktor der Akademie, entdeckt Ascher seine Liebe zur Natur, die seine späteren Werke prägt.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/05_liebermann_dettmann.jpg)

## Episode 5: Rückkehr nach Berlin

1913 kommt Fritz Ascher zurück nach Berlin und besucht die Akademie für Malerei, wo er bei Lovis Corinth (1858–1925) lernt. In seinem Elternhaus richtet Ascher sich ein Atelier ein. Er unternimmt eine Studienreise nach Norwegen und trifft in Oslo den von ihm bewunderten Maler Edvard Munch (1863–1944).

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/06_portrat-fritz-ascher_selbstbildnis-lovis-corinth.jpg)

## Episode 6: Golem

Mitten im Ersten Weltkrieg malt Fritz Ascher 1916 – er ist jetzt 26 Jahre alt – sein zentrales Werk, den „Golem“. Ascher ist fasziniert von der Vielschichtigkeit der Figur aus dem 1913/14 erschienenen Roman und nutzt für deren malerische Interpretation die Bildsprache des Symbolismus, die er mit expressionistischen Elementen untersetzt.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/07_ascher_golem.jpg)

## Episode 7: Verfolgt und bespitzelt

Mit der Machtübernahme des Nationalsozialismus in Deutschland wechselt Fritz Ascher ab 1933 ständig seinen Wohnort. Er fühlt sich verfolgt und bespitzelt. Er isoliert sich, hört für lange Zeit auf zu malen.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/08_ascher_tanzende_selbstportat.jpg)

## Episode 8: KZ und Haft

In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wird er verhaftet und im Konzentrationslager (KZ) Sachsenhausen bei Oranienburg interniert. Mit Hilfe eines Freundes wird er zwar aus der KZ-Haft entlassen, kommt jedoch in Potsdam sofort wieder in Polizeiarrest. Was man ihm vorwirft, ist unklar.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/09_kz-sachsenhausen.jpg)

## Episode 9: Flucht unmöglich

Die geplante Ausreise nach Shanghai (heute Volksrepublik China) wird ihm verboten. Damit ist sein Fluchtweg verbaut. Die Unterdrückungsmaßnahmen werden verstärkt. Ab September 1941 muss Ascher den Judenstern tragen, im so genannten Judenhaus wohnen und sich monatlich im Polizeipräsidium melden. Der psychische Druck wird für ihn unerträglich.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/10_teplitzer_strasse-38_alexanderplatz.jpg)

## Episode 10: Überleben im Verborgenen

Am 15. Juni 1942 erhält Ascher den Hinweis, dass seine Deportation kurz bevor steht. Er wendet sich an Martha Grassmann (1881–1971), die Mutter seines Freundes Gerhard, die in der Grunewalder Bismarckstraße 26 lebt. Sie versteckt ihn im Keller des Hauses Lassenstraße 28.

![Lage der Bismarckallee 26 auf einem Stadtplan von Berlin](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-02-ueberleben-im-verborgenen-1-300x225.jpg)  Lage der Bismarckallee 26

© Openstreetmap

![Fotomontage: das Gebäude Bismarckallee 26 im Jahr 1969 und heute](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/11_bismarckallee-26-300x125.jpg)  Das Haus Bismarckallee 26, 1969, und die Bismarckallee 26 heute

© Landesarchiv Berlin, B Rep. 209-01 Nr. 94-10573|Foto: Ludwig Ehlers (Bild links), © Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild rechts)

## Episode 11: Grunewaldkirche

Ab Sommer 1942 verbringt er seine schier endlosen Tage und Stunden nahezu ausschließlich im dunklen Keller der Lassenstr. 28, zu dem nur das Glockengeläut der nahen Grunewaldkirche durchdringt. Er beginnt wieder Gedichte zu schreiben. Noch ahnt er nicht, dass er fast drei Jahre in seinem Versteck ausharren muss.

![Lage der Grunewaldkirche im Berliner Stadtplan](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-03-grunewaldkirche-300x225.jpg)  Lage der Grunewaldkirche

© Openstreetmap

![Fotomontage: historische Aufnahme der im 2. Weltkrieg zerstörten Vorhalle der Grunewaldkirche und heutige Außenansicht des Kirchengebäudes](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/12_grunewaldkirche-300x178.jpg)  Die Grunewaldkirche heute und die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Vorhalle der Grunewaldkirche, um 1905

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild links), © Berliner Architekturwelt(Bild rechts)

## Episode 12: Befreiung

Im Frühjahr 1945 wird der Grunewald von alliierten Truppen befreit. Endlich kann Ascher sein Versteck verlassen. Er zieht zu seiner Retterin und mütterlichen Freundin Martha Grassmann in die Bismarckallee 26. Die Kriegstraumata haben aus ihm einen ängstlichen und misstrauischen Menschen gemacht. Er leidet unter Depressionen.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/13_foto_ascher_zwei_baume.jpg)

## Episode 13: Aschers letzte Jahre

1969 müssen Fritz Ascher und Martha Grassmann die Bismarckallee 26 und das Atelier räumen. Das Haus wird abgerissen. Sie ziehen um in die Gelfertstraße. Seine Depressionen verschlimmern sich. Er stirbt am 26. März 1970.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/14a_ascher_selbstportrait_grabstein_neu.jpg)

##### Mehr über Fritz Ascher

Folgen Sie Fritz Aschers Spuren auf einer virtuellen Karte von Berlin! Seine Biografie ist Teil von „Jewish Places“, einem Projekt des Jüdischen Museums Berlin, das jüdische Lebenswege in Deutschland nachzeichnet.

[   Fritz Ascher auf „Jewish Places“ ](https://www.jewish-places.de/de/DE-MUS-975919Z/person/d1731540-85fb-4bb5-b2e6-432492524f94/Auf-den-Spuren-von-Fritz-Ascher)

## Alfred Kerr

## Episode 14: Das Schicksal der Familie Kerr

Auf seinen Spaziergängen durch den Grunewald durchquerte Ascher oft die Douglasstraße. Hier erinnerte ihn vieles an deren einstige jüdische Bewohner:innen und an deren Schicksal – wie das des Schriftstellers und Theaterkritikers Alfred Kerr (1867–1948), der wegen der nationalsozialistischen Verfolgung bereits 1933 emigrieren musste.

![Lage des ehemaligen Wohnhauses der Familie Kerr im Stadtplan von Berlin](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-04-das-schicksal-der-familie-kerr-300x225.jpg)  Lage des Wohnhauses in der Douglasstraße 10

© Openstreetmap

![Fotomontage: ehemaliges Wohnhaus der Familie Kerr und Portrait Alfred Kerrs von Augusta von Zitzewitz](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/15_douglasstrasse-10_kerr-300x179.jpg)  Das ehemalige Wohnhaus der Familie Kerr in der Douglasstraße 10 heute und Portrait Alfred Kerrs von Augusta von Zitzewitz, um 1920

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild links), © Stadtmuseum Berlin (Bild rechts)

## Episode 15: Julia Kerr

Julia Kerr hatte als Komponistin zu dieser Zeit gerade ihre ersten Erfolge mit der Oper *Die schoene Lau* erzielt*.* Erst nach ihrer Rückkehr 1948 konnte sie wieder als Komponistin arbeiten.

![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/16_julia-und-alfred-kerr.jpg)

## Episode 16: Villa Epstein

In unmittelbarer Nachbarschaft zur Familie Kerr lebte Max Epstein, Besitzer des *Deutschen Künstlertheaters*, mit dem große Namen wie Gerhart Hauptmann, Heinz Rühmann und Gustaf Gründgens verbunden sind.

![Lage der Villa Epstein im Stadtplan von Berlin](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-05-villa-epstein-300x225.jpg)  Lage der Villa Epstein

© Openstreetmap

![Fotomontage: Villa Epstein heute und das Deutsche Künstlertheater auf einer historischen Postkarte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/17_douglasstrasse-15_villa_epstein-1-300x119.jpg)  Die Villa Epstein in der Douglasstraße 15-17 heute und das Deutsche Künstlertheater auf einer historischen Postkarte

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild links), © Postkarten- u. Photoverlag Ludwig Walter (Bild rechts)

## Konrad Latte

## Episode 17: Villa Erxleben als Versteck von Konrad Latte

In den Kellerräumen der Villa Erxleben wurde 1943 der Musiker Konrad Latte mit seiner Familie von der Schauspielerin Ursula Meißner versteckt. Mit Hilfe gefälschter Papiere und einer neuen Identität gelang es ihm zu überleben. Konrad Latte verstarb 2005 in Berlin.

![Lage der Villa Erxleben im Stadtplan von Berlin](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte-06-villa-erxleben-300x225.jpg)  Lage der Villa Erxleben

© Openstreetmap

![Fotomontage: Villa Erxleben und Konrad Latte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/18_douglasstr-24_villa_erxleben_konrad_latte-300x141.jpg)  Die Villa Erxleben in der Douglasstraße 24-28 und Konrad Latte, der sich hier mit seiner Familie 1943 versteckte

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Martina Weinland (Bild links), © Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand (Bild rechts)

## Episode 18: Bahnhof Grunewald

Am Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald fanden am 18. Oktober 1941 die ersten Deportationen Berliner Jüdinnen und Juden statt. Insgesamt wurden zwischen Oktober 1941 und Januar 1945 rund 55.000 deportiert. Seit 1991 befindet sich hier eine Gedenkstätte. 1998 wurde Gleis 17 zum Mahnmal umgestaltet.

![Lage des Bahnhofs Grunewald im Berliner Stadtplan](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/karte07-bahnhof-grunewald-300x225.jpg)  Lage des Bahnhofs Grunewald

© Openstreetmap

![Fotomontage: Nahaufnahmen des Bahnhofs Grunewald und der Gedenkstätte an Gleis 17](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/19_2_mahnmal-gleis-17-bahnhof_grunewald-300x138.jpg)  Bahnhof Grunewald und die Gedenkstätte an Gleis 17

© Stadtmuseum Berlin | Fotos: Martina Weinland

![Fotomontage: Der Bahnhof Grunewald und die Gedenkstätte](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/19_1_bahnhof-grunewald-300x125.jpg)  Der Bahnhof Grunewald und die Gedenkstätte

© Stadtmuseum Berlin | Fotos: Martina Weinland

## Mehr zum Thema

Hier gibt es weitere Eindrücke in die Lebensumstände von Fritz Ascher durch ein Zeitzeuginnen-Gespräch mit Verena Velde, geb. Auerbach, die im Grunewald in der Bismarckallee 26 wohnte.

##### Impressum

**Verfasserin und Sprecherin:** Dr. Martina Weinland
**Multimedia-Konzeption:** Peter Schnappauf
**Musik:** Berkan Tunçludemir
**Redaktion:** Heiko Noack

*Gefördert durch 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.*

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![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/09/jlid.jpg)    ](https://2021jlid.de/#:~:text=Hauptveranstaltungen&text=Der%20offizielle%20Start%20ins%20Festjahr,und%20auf%20phoenix%20ausgestrahlt%20wurde.)

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© Stadtmuseum Berlin | Foto: Heiko Noack

### BerlinZEIT

**Die Stadt macht Geschichte!**
Mehr über das jüdisches Leben in Berlin erfahren Sie auch in unserer großen Ausstellung im Museum Ephraim-Palais.

[ Zur Ausstellung](https://www.stadtmuseum.de/ausstellung/berlinzeit)