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title: "Renée Sintenis"
date: 2022-01-01
last_modified: 2026-05-06T16:07:36+02:00
generated_at: 2026-05-13T16:38:39Z
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description: "in der Weimarer Zeit war Renée Sintenis (1888 – 1965) Teil der Berliner Bohème, nach dem Krieg eine Botschafterin ihrer Stadt. Noch heute sind ihre Skulpturen in Berlin und vielerorts in Deutschland präsent."
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# Renée Sintenis

**Die Schöpferin des Berliner Bären entschied sich schon früh im Leben für die Kunst. Das zwang sie oft dazu, gegen den Strom zu schwimmen. So wurde sie in der Weimarer Zeit zur prominenten Vertreterin der Berliner Bohème und nach dem Krieg zu einer mehrfach ausgezeichneten Botschafterin ihrer Stadt. Noch heute sind ihre unverwechselbaren Skulpturen auf vielfältige Weise präsent.**

![Die Künstlerin auf ihrer Sofa-Garnitur sitzend, im Hintergrund Beistelltische und Wandbilder](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/renee-sintenis-19955-foto-rolf-goetze-300x197.jpg)  Dr. Jan Mende, Kurator Museum Knoblauchhaus

© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt

Am 20. März 1888 kommt Renate Alice Sintenis in Glatz (Schlesien, heute Kłodzko, Polen) zur Welt. Ihre Kindheit und Jugend verbringt sie in Neuruppin. Erst nach kurzer Zwischenstation in Stuttgart lässt sich Familie Sintenis 1905 schließlich in Berlin nieder, wo der Vater am Kammergericht tätig wird. Obwohl die Tochter, die schon früh Zeichenunterricht nimmt, sich der Kunst widmen will, drängt er auf eine Ausbildung zur Sekretärin.

Zunächst fügt sich Renate widerstrebend und beginnt die Lehre. Sogar ihr 1907 aufgenommenes Studium der Dekorativen Plastik bricht sie dafür auf Druck der Eltern ab. Doch bald schon kommt es darüber zum Zerwürfnis: Die junge Frau widersetzt sich, verlässt das Elternhaus und geht fortan eigene Wege, um ihrer Liebe zur Kunst zu folgen.

## Ein neuer Stern am Kunsthimmel

In den folgenden Jahren macht die aufstrebende Künstlerin, die sich nun Renée nennt, mit Zeichnungen, Radierungen und Plastiken auf sich aufmerksam – darunter Selbstportraits, weibliche Akte, Büsten befreundeter Künstler und Terrakotta-Skulpturen bekannter Sportler in dynamischen Posen. Immer mehr verschreibt sie sich der Bildhauerei: 1913 werden ihre Skulpturen erstmals ausgestellt, und ab 1915 entstehen die ersten ihrer meist kleinformatigen Tierskulpturen, die für das Schaffen von Renée Sintenis so typisch werden sollen.

Ihre künstlerische Karriere entwickelt sich vielversprechend. 1917 heiratet sie den 13 Jahre älteren Künstler Emil Rudolf Weiß, der ihr weitere wichtige Kontakte vermittelt. Schon zu Beginn der 1920er Jahre ist der Name Renée Sintenis vielen Berlinern auch abseits der Kunstszene ein Begriff, und das nicht nur wegen ihrer Kunst: Mit ihrem auf viele Menschen faszinierend wirkenden androgynen Äußeren und ihrer modischen Erscheinung, aber auch durch ihren freien Lebensstil und ihre selbstsicheren Auftritte in der Öffentlichkeit, ist sie immer wieder ein beliebtes Thema für die damals breitgefächerte Presselandschaft der Stadt.

![Sitzende Renée Sintenis im gebläumten roten Kleid mit schwarzer Langhaarkatze auf dem Schoß](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/05/renee-sintenis_0-203x300.jpeg)  Renée Sintenis (1888 – 1965), Gemälde von Augusta von Zitzewitz, 1950

© Stadtmuseum Berlin | Foto: Oliver Ziebe

### Ausgrenzung und Verlust

Ihre Kunst findet reißenden Absatz. 1931 wird Renée Sintenis als zweite Frau – nach [Käthe Kollwitz](https://web.archive.org/web/20220812125911/https://www.stadtmuseum.de/kaethe-kollwitz) – in die Preußische Akademie der Künste aufgenommen. Doch wie für viele Berliner Kunstschaffende bedeutet Adolf Hitlers Machtübernahme 1933 auch für sie einen tiefgreifenden Einschnitt. Da sie dem nationalsozialistischen Menschenbild nicht entspricht – ihre Großmutter mütterlicherseits war vom jüdischen Glauben zum Christentum konvertiert – und ihre Werke nun als „entartet“ gelten, dürfen diese nicht mehr im Rahmen öffentlicher Ausstellungen gezeigt werden. Für Renée Sintenis, die vom Verkauf ihrer Kunst lebt, bedeutet das nicht zuletzt wirtschaftlich einen schweren Verlust. 1934 wird sie auch aus der Akademie der Künste ausgeschlossen.

Während des Zweiten Weltkriegs verschlingt die Kriegswirtschaft der Diktatur massenhaft Rohstoffe. 1941 wird der Bronzeguss verboten, denn das Metall ist für die Rüstungsindustrie unentbehrlich. Die künstlerische Arbeit wird für Renée Sintenis spätestens jetzt nahezu unmöglich. Im Oktober 1942 stirbt unerwartet ihr Ehemann, und 1945 zerstören alliierte Bombenangriffe ihr Atelier, wobei zahlreiche persönliche Besitztümer und viele künstlerische Arbeiten verlorengehen.

### Berliner Bär als Markenzeichen

Das Kriegsende markiert für die Künstlerin einen Neubeginn. Im Berlin der Nachkriegszeit gelingt es ihr, an ihre Erfolge aus den 1920er und frühen 1930er Jahren anzuknüpfen. Auch zu akademischen Ehren kommt Renée Sintenis: 1955 wird sie als Professorin an die Hochschule für Bildende Künste sowie an die West-Berliner Akademie der Künste berufen.

Zum Markenzeichen wird ihr Berliner Bär: Als verkleinerte Nachbildung einer 1932 entstandenen Bronzeskulptur wird das Bärchen in Silber und Gold ab 1951 zur begehrten Trophäe der alljährlichen Filmfestspiele „Berlinale“. Eine lebensgroße Kopie des jungen Bären zeigt Vorbeifahrenden ab 1957 die Berliner Stadtgrenze an der Transitstrecke zwischen West-Berlin und Westdeutschland an. Weitere Bären markieren ab 1960 an anderen Autobahnen, die Berlin mit dem Bundesgebiet verbinden, die Entfernung zur [geteilten Stadt](https://www.stadtmuseum.de/artikel/geteilte-stadt).

![PKWs passieren auf der Autobahn ein Schild "You are now entering the US-Sector of Berlin", im Vordergrund links am Straßenrand die von Renée Sintenis geschaffene Skulptur des Berliner Bären auf steinernem Sockel](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/grenzuebergang-dreilinden-herbert-maschke-300x224.jpg)  Dr. Jan Mende, Kurator Museum Knoblauchhaus

© Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt

Bis zuletzt bleibt die inzwischen mehrfach ausgezeichnete Künstlerin Berlin treu. Als Renée Sintenis am 22. April 1965 stirbt, verliert die Stadt eine ihrer markantesten Botschafterinnen. Beigesetzt wird sie auf dem Waldfriedhof in [Dahlem](https://www.stadtmuseum.de/thema/dahlem). An dem unscheinbaren Haus in der Innsbrucker Str. 23, das sie bis zu ihrem Tode zusammen mit Lebensgefährtin Magdalena Goldmann bewohnte, erinnert eine Gedenktafel an die Bildhauerin. Der ehemalige Wilmersdorfer Platz in Friedenau trägt seit 1967 als Renée-Sintenis-Platz ihren Namen.

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![Grau verputztes vierstöckiges Haus mit Loggien und Satteldach, auf der Straße davor geparkte PKW, junge Bäume und eine Litfaß-Säule](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/innsbrucker-strasse-23-wohnhaus-renee-sintenis-1978.jpg) Dr. Jan Mende, Kurator Museum Knoblauchhaus ![Kratzputz-Wand mit schwarzer Tafel und goldfarbener Aufschrift: "Prof. Renée Sintenis, 1888-1995, die bekannte Bildhauerin und Grafikerin lebte hier von 1945-1965".](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/renee-sintenis-gedenktafel.jpg) Dr. Jan Mende, Kurator Museum Knoblauchhaus ![Blumengeschmücktes, grasbewachsenes Grab mit quaderförmigem Grabstein](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/11/renee-sintenis-grab.jpg) Das Ehrengrab von Renée Sintenis auf dem Waldfriedhof in Berlin-Dahlem, April 1972## Mehr Berlin-Geschichten

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![Zille mit Mantel, Hut und Zigarillo](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2022/08/heinich-zille-postkarte-1918-300x235.jpg)

Berliner Persönlichkeiten

](https://www.stadtmuseum.de/thema/berliner-persoenlichkeiten)
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![Helke Sander (links) und Claudia von Alemann (rechts) bei der Durchsicht von Dokumenten in einem Büro](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/02/helke-sander-claudia-von-alemann-300x237.jpg)

Frauen

](https://www.stadtmuseum.de/thema/frauen)
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![](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/06/reiner-fetting-berliner-mauer-222x300.jpg)](https://www.stadtmuseum.de/thema/kunst)
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![Britische Militärposten mit Panzerspähwagen vor der Berliner Mauer, im Hintergrund Straßenschild "Potsdamer Platz" und Werbeschild "Coca Cola"](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2024/04/d178b1e6-9de7-429f-8c4d-5c6a5cd958a4-300x231.jpg)

20. Jahrhundert

](https://www.stadtmuseum.de/thema/20-jahrhundert)

![Das Plakatmotiv zur Ausstellung](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/berlinzeit-plakat-212x300.jpg)  Das Plakatmotiv zur Ausstellung

© Stadtmuseum Berlin | Fotos: Philip Myrtop auf Unsplash, Rolf Goetze, Cecil F. S. Newman, Marlene Leppänen auf Pexels, Harry Croner, Raimund Franke, unbekannte:r Fotograf:in, Cottonbro Studios auf Pexels, Walter Schulze, Leonore Schwarzer und Vindhya Chandrasekharan auf Pexels | Lithografie: unbekannte:r Künstler:in | Druck: Groupe Dejour

### BerlinZEIT

**Die Stadt macht Geschichte!**
Besuchen Sie die große Berlin-Ausstellung im Museum Ephraim-Palais! Dort erfahren Sie noch mehr über Berliner Persönlichkeiten und die Zeit von der Weimarer Republik bis zur deutschen Teilung.

[ Zur Ausstellung](https://www.stadtmuseum.de/ausstellung/berlinzeit)