Eine Frau in der Ausstellung Berlin Global, die auf eine Vitrine schaut
 

Aus meiner Sicht: BERLIN GLOBAL

Persönliche Perspektiven auf die Berlin Ausstellung im Humboldt Forum

In der Filmreihe Aus meiner Sicht zeigen wir persönliche Perspektiven auf Ausstellungen und auf einzelne Ausstellungsobjekte in unseren Museen. In der zweiten Staffel geht es um BERLIN GLOBAL, die Berlin Ausstellung im Humboldt Forum.

In fünf Kurzvideos stellt jeweils eine Person ein Objekt vor, das für sie eine besondere Bedeutung hat. Im Vordergrund steht dabei die individuelle Perspektive. Die Videos sind subjektiv, persönlich, emotional. Auf diese Weise wird deutlich, wie unterschiedlich und vielfältig die Zugänge zu Objekten und Ausstellungen eines Museums sind.

Dorota

Im Raum „Grenzen“ in der Ausstellung BERLIN GLOBAL werden buchstäblich Grenzen sichtbar gemacht. Eine leuchtende Karte auf dem Boden lässt Straßen und Gewässer von Berlin erkennen. Auf der Karte ragen einzelne Vitrinen mit markanten historischen Objekten in die Höhe: Sie verweisen auf Grenzen, die in der Vergangenheit von Berlin ausgingen, Berlin umschlossen, Berlin teilten. Umschlossen wird die Berlin-Karte von Medienstationen, die an Vermessungsgeräte erinnern.

Der Raum hat für die polnische Berlinerin Dorota Kott eine besondere Bedeutung. Die Geografin und Stadtplanerin sowie Gründerin der soziokulturellen Projektagentur „kollek-tief“ geht in diesem Video auf die vielfältigen Grenzen der Stadt ein. Diese beinhaltenen für sie mehr als geografische Trennstriche. Auch individuelle Einschränkungen oder historische Aspekte können Grenzen entstehen lassen. Dorota war außerdem an der Konzeption des Raumes „Verflechtung“ der Ausstellung BERLIN GLOBAL beteiligt. Drei Objekte von ihr sind dort zu finden: ein Honigglas, eine Kiste mit Postkarten und ein Warndreieck. Die Geschichten dazu kann man sich in der Ausstellung anhören. Auf dem Instagram-Account kollek.tief.berlin gibt Dorota Einblicke in ihren Arbeitsalltag und aktuelle Projekte.

Jos

Die „Exilwand“ in der Ausstellung BERLIN GLOBAL zeigt Unterschriften zahlreicher Kunst- und Kulturschaffender des 20. Jahrhunderts. Sie ist zwischen den Themenräumen „Vergnügen“ und „Krieg“ zu finden. Zu sehen sind unter anderem Unterschriften von Marlene Dietrich (1901 – 1992), Kurt Weill (1900 – 1950), Tilla Durieux (1880 – 1971) oder Bertolt Brecht (1898 – 1956). Alle sahen sich gezwungen, aus Nazi-Deutschland zu fliehen. Inspiriert von der Tanzdarbietung „Die Frau im Taumel des Lasters “ von Valeska Gert (1892 – 1972) setzt sich der amerikanische Performer, Choreograph und Schriftsteller Joshua (Jos) McKain in diesem Video mit der „Exilwand“ auseinander.

Jos ist im Raum „Verflechtung“ von BERLIN GLOBAL mit einem Audioportrait über seine Verbindungen zu Berlin und der Welt zu hören. Als Leihgabe ist eine Holzdose von ihm zu sehen. Weitere Infos zu Jos gibt es auf seiner Website.

Henri

Henri Vogel ist Religions- und Kulturwissenschaftler und Aktivist, transident und lebt mit Ehemann und Katze in Berlin. In diesem Video stellt er ein außergewöhnliches Objekt im Raum „Freiraum“ vor. Die Skulptur heißt „Ein Treffen in der Kaffeetasse: Menora. Halbmond. Kreuz.“ Es wurde von den Berlinerinnen Ruthe Zunzth, Dorothea Schulz-Ngnomane und Gül Karaduman-Cerkez als Alternative zum Kreuz auf der Kuppel des Humboldt Forum entwickelt und von Ahmad Yasin geschmiedet.

Henri fragt, welche Menschen wo und wie ihren Platz in drei großen Religionen – Christentum, Judentum, Islam – haben oder möglicherweise auch nicht haben. Auch Henri hat im Raum „Freiraum“ zum Thema „Gender“ in der Ausstellung BERLIN GLOBAL mitgewirkt. Mehr über seinen Alltag und sein Engagement erfahrt ihr auf seinem Instagram-Profil.

Camilla

In dem Film „Entertain Berlin“ spricht der Schwarze Filmemacher Jermain Raffington mit Schwarzen Deutschen über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Identität und Rassismus in Deutschland. Der Film ist im Raum „Vergnügen“ von BERLIN GLOBAL zu finden. Die Berliner Schauspielerin, Tänzerin und Performancekünstlerin Camilla Vengo Kinzonzi setzt sich in diesem Video damit auseinander.

Vor allem das Mitwirken der Moderatorin Aminata Belli begeistert sie. Belli setzt sich aktiv gegen Diskriminierung ein und engagiert sich für Antirassismus und Toleranz – online und analog. Inspiriert von den filmischen Sequenzen fragt Camilla, welche Menschen, Themen oder Orte üblicherweise in Museen sichtbar werden und wie sich BERLIN GLOBAL zu Formen von Marginalisierung, also der Verdrängung von einzelnen Menschen oder Bevölkerungsgruppen an den Rand der Gesellschaft, verhält. Einblicke in ihre künstlerische Arbeit gibt Camilla online, beispielsweise auf ihrem Instagram-Account.

Für BERLIN GLOBAL hat der Filmemacher Jermain Raffington auch außerhalb der Ausstellung Filme gedreht. Online zu sehen sind „SORRYFORNOTHING? Berlins koloniales Erbe“ und „Representation matters: Rassismus in der Unterhaltungsindustrie“.

Leon

Auch in den 1980er und 1990er Jahren spielte das in der New Yorker Bronx entstandene Musikgenre HipHop auch in Berlin eine wichtige Rolle – und das im Westteil wie auch im Ostteil der Stadt. Während in West-Berlin der deutsch-türkische HipHop von Jugendlichen in Jugendzentren weiter entwickelt wurde, blieb für die Ost-Berliner Musiker:innen das Genre als Möglichkeit der Frage nach Freiräumen in Abgrenzung zum herrschenden Regime der DDR zentral. 

Der Schüler Leon Hölzl stellt in diesem Video die HipHop-Station in BERLIN GLOBAL vor. Den musikinteressierten Schüler begeistern die historischen Ereignisse, rund um den HipHop im geteilten Berlin sowie die originalen Objekte der Berliner DJ’s und Bands.

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Ehemalige Tür des Technoclubs Tresor in der Ausstellung
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