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title: "Berlin Geisterbahn"
date: 2024-01-25
last_modified: 2026-04-21T17:35:51+02:00
generated_at: 2026-05-28T11:02:41Z
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description: "Der niederländische Fotograf Fons Brasser besuchte in den 1980ern das geteilte Berlin. Mit seinen Fotos wurde er zum Dokumentar stillgelegter S-Bahnhöfe."
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language: "de"
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# Berlin Geisterbahn

![Fons Branssers S-Bahn-Streckenplan seines Projekts "Berlin - Geisterbahn" mit allen S-Bahn-Strecken und -Bahnhöfen der damaligen Zeit.](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/berlin-geisterbahn-300x213.jpg)

**Der niederländische Fotograf Fons Brasser besuchte in den 1980er Jahren das geteilte Berlin. Mit seinen Fotos wurde er zum künstlerischen Dokumentar von dessen stillgelegten S-Bahnhöfen.**

![Blick über die stillgelegten Gleise des S-Bahnhofs Olympiastadion auf die Fußgängerbrücke mit Treppen zu den menschenleeren Bahnsteigen](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/17-s-bahnsteig-olympiastadion-225x300.jpg)

Als der Grafiker und Bildhauer Fons Brasser (geb. 1944 in Haarlem, Niederlande) im Jahr 1983 seinen in West-Berlin lebenden Künstlerfreund Armando (1929 –2018) besuchte, führte der ihn durch die von der DDR umgebene „Inselstadt“. Brasser war irritiert und zugleich fasziniert von dem riesigen Gelände des Bahnhofs Olympiastadion.

Der Anblick der einsamen, heruntergekommenen Bahnsteige entfachte sein künstlerisches Interesse für das einst modernste Nahverkehrssystem der Welt – und das, was mehr als 30 Jahre nach der politischen Teilung und 22 Jahre nach dem Mauerbau daraus geworden war. Fons Brasser entwickelte ein klares Konzept für sein erstes umfassendes Fotoprojekt, dem er den deutschen Titel „Berlin Geisterbahn“ gab und an dem er von 1983 bis 1986 arbeitete.

## Forscher mit der Kamera

![Blick in einen Ausstellungsraum mit einer Wand voller S-Bahn-Pläne.](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/s-bahn-plaene-ausstellung-300x208.jpg)

Mit der Genauigkeit eines Forschers konzentrierte sich Brasser ausschließlich auf West-Berliner S-Bahn-Höfe, die zu dieser Zeit ganz oder teilweise stillgelegt waren. Er besuchte auch Archive und legte sich eine Sammlung von Streckennetz-Plänen zur Entwicklung des öffentlichen Verkehrs in Berlin an.

![Drei Fahrkarten der Berliner-S-Bahn, rot bedruckt, Preisstufe S.](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/s-bahn-tickets-fons-brasser-1-300x183.jpg)

![Gebührenbescheinigung der Zollverwaltung der DDR für die Benutzung der Straßen der Deutschen Demokratischen Republik bei einer einmaligen Reise von Berlin (West) in die DDR und zurück, datiert vom 10.7.1985](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/einreisegebuehr-ost-berlin-300x184.jpg)

Seine fotografischen Arbeitsmittel waren eine Nikon-Kleinbild-Kamera mit Normalobjektiv und Schwarz-Weiß-Filme. Brasser wählte eine betont zurückhaltende, dokumentarische Bildsprache, wie sie von Fotografen der Neuen Sachlichkeit bekannt ist. Er achtete bei den Aufnahmen auf gleichmäßiges, neutrales Licht und mied auffällige Wolkenformationen und Sonnenlicht-Effekte. Ebenso wartete er für seine Aufnahmen auf Momente, in denen keine Menschen anwesend waren – nichts sollte vom Gegenstand seiner fotografischen Untersuchung ablenken.

In dem Auswahlprozess entstanden 59 Doppelbildnisse, jeweils zusammengesetzt aus einer Ansicht des Bahnhofsgebäudes bzw. -eingangs und einer Ansicht des Bahnsteigs – beide im Hochformat. Die Architektur ist in den Aufnahmen räumlich isoliert und weitestgehend ohne Bezug zum umgebenden Stadtraum dargestellt. Die Bahnsteige sind meist aus der Perspektive des Gleisbettes aufgenommen – von Standpunkten, die der Fotograf nur bei stillgelegten Bahn-Linien einnehmen konnte. Mit diesen gleichbleibenden fotografischen Stilmitteln lädt Brasser dazu ein, genau hinzuschauen und die portraitierten Bahnhöfe zu vergleichen. Dabei werden Ähnlichkeiten ebenso deutlich wie Unterschiede.

![Ringbuch mit Filmstreifen-Positiven der Fotoserie "Re-photography"](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/fons-brasser-kontaktbuch-216x300.jpg)

![Vergitterter Eingang zum S-Bahnhof Steglitz mit Bahnhofsuhr ohne Zifferblatt](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/s-bahnhof-steglitz-wannseebahn-1983-300x225.jpg)

Mit seiner Bildserie hat Fons Brasser zugleich eine Typologie der bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts entstandenen Berliner S-Bahnhöfe geschaffen, deren Architektur für den jeweiligen Ortsteil und Entstehungszeitpunkt typisch ist. Sie kündet von einstiger Pracht und vom Repräsentationswillen in reichen Wohnlagen sowie von nüchterner Zweckmäßigkeit an Stationen, die täglich Massen arbeitender Menschen zu ihren Arbeitsstätten durchströmten. Die Bahnhöfe stehen für die Zeit von Berlins Aufschwung zur Metropole, vorangetrieben ab 1871 durch die neue Rolle als Hauptstadt des Deutschen Reiches und ab 1920 durch die Bildung Groß-Berlins.

Den Bildpaaren fügte der Fotograf lediglich den Namen der jeweiligen Station und der stillgelegten Bahnstrecke sowie das Tagesdatum der Aufnahme hinzu. Die abgebildeten Bahnhöfe werden dadurch zu „Tatorten“ der Geschichte, und die von Brasser dokumentierten Spuren von Verfall und Vandalismus zum Ausdruck des Kalten Krieges.

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![Blick auf das verschlossene Tor des S-Bahnhofs Heiligensee](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/01-s-bahnhof-heiligensee.jpg) Fons Brasser: Heiligensee. Kremmener Bahn, Fotografie, 21. Dezember 1984   ![Blick über die stillgelegten Gleise auf den verwahrlost wirkenden, zugewachsenen Bahnsteig des S-Bahnhofs Heiligensee](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/01-s-bahnsteig-heiligensee.jpg) Fons Brasser: Heiligensee. Kremmener Bahn, Fotografie, 21. Dezember 1984   ![Blick auf das verschlossene Empfangsgebäude des S-Bahnhofs Spandau West mit auf 12 Uhr stehengebliebener Bahnhofsuhr](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/10-s-bahnhof-spandau-west.jpg) Fons Brasser: Spandau West. Lehrter Bahn, Fotografie, 17. August 1983    ![Blick über den menschenleeren, von Gras bewachsenen Bahnsteig des S-Bahnhofs Spandau West auf das stillgelegte Stellwert](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/10-s-bahnsteig-spandau-west.jpg) Fons Brasser: Spandau West. Lehrter Bahn, Fotografie, 17. August 1983    ![Blick nach oben auf die beiden stillgelegten Hochbahntrassen des S-Bahnhofs Wernerwerk](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/15-s-bahnhof-wernerwerk.jpg) Fons Brasser: Wernerwerk. Siemensbahn, Fotografie, 19. August 1983    ![Blick über die stillgelegten Gleise auf den menschenleeren S-Bahnsteig Wernerwerk](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/15-s-bahnsteig-wernerwerk.jpg) Fons Brasser: Wernerwerk. Siemensbahn, Fotografie, 19. August 1983    ![Blick auf den menschenleeren Eingangsbereich des S-Bahnhofs Olympiastadion](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/17-s-bahnhof-olympiastadion.jpg) Fons Brasser: Olympiastadion. Olympiabahn, Fotografie, 13. Juli 1983    ![Blick über die stillgelegten Gleise des S-Bahnhofs Olympiastadion auf die Fußgängerbrücke mit Treppen zu den menschenleeren Bahnsteigen](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/17-s-bahnsteig-olympiastadion.jpg) Fons Brasser: Olympiastadion. Olympiabahn, Fotografie, 13. Juli 1983    ![Außenansicht des verschlossenen, aber gepflegt wirkenden S-Bahnhof Westend](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/25-s-bahnhof-westened.jpg) Fons Brasser: Westend. Ringbahn, Fotografie, 18. August 1983    ![Blick über kniehohes Gras auf den menschenleeren S-Bahnsteig Westend](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/25-s-bahnsteig-westend.jpg) Fons Brasser: Westend. Ringbahn, Fotografie, 18. August 1983    ![Blick auf den verschlossenen und verwitterten Eingang zum S-Bahnhof Lichterfelde West](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/45-s-bahnhof-lichterfelde-west.jpg) Fons Brasser: Lichterfelde West. Wannseebahn, Fotografie, 22. Oktober 1983   ![Blick entlang des menschenleeren S-Bahnsteigs Lichterfelde West](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/45-s-bahnsteig-lichterfelde-west.jpg) Fons Brasser: Lichterfelde West. Wannseebahn, Fotografie, 22. Oktober 1983   ![Außenansicht des gepflegt wirkenden S-Bahnhofs Priesterweg](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/59-s-bahnhof-priesterweg.jpg) Fons Brasser: Priesterweg. Anhalter Bahn, Fotografie, 6. März 1986   ![Blick auf den leeren, sonnenbeschienenen S-Bahnsteig Priesterweg](https://www.stadtmuseum.de/wp-content/uploads/2023/12/59-s-bahnsteig-priesterweg.jpg) Fons Brasser: Priesterweg. Anhalter Bahn, Fotografie, 6. März 1986    ![Runder Stempel mit Fraktur-Aufschrift "Berlin - Geisterbahn".](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/stempel-berlin-geisterbahn-300x300.gif)

*Redaktionelle Bearbeitung: Heiko Noack*

## Stillgelegt

Fotografien von Fons Brasser

- [ ![Blick über den menschenleeren, verwahrlosten Bahnsteig des S-Bahnhofs Schöneberg, dessen Uhr nur noch aus dem leeren Gehäuse besteht, die Fenster eines Bahnhofshäusschens eingeschlagen, die eines anderen verschlossen](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/stillgelegt-schoeneberg-bahnsteig-300x235.jpg)

### Stillgelegt

Die Berliner S-Bahn in einer Fotoserie von Fons Brasser aus den 1980er Jahren und Bildern von heute

Artikel, 3 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/artikel/stillgelegt)
- [ ![Fahrender S-Bahn-Zug vom Vorkriegstyp ET 165 nach Gesundbrunnen bei Halensee](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/01/s-bahn-gesundbrunnen-300x202.jpg)

### Aufstieg und Niedergang der Berliner S-Bahn (1924 – 1984)

Durch die Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eines der modernsten Verkehrsmittel der Welt zum Sinnbild des Verfalls.

Artikel, 7 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/artikel/aufstieg-und-niedergang-der-berliner-s-bahn-1924-1984)
- [ ![Historischer BLick auf die verschlossenen und teils zugemauerten historischen S-Bahn-Bögen von Bahnhof Wedding, bekrönt von filigranem Gittergeländer und Fachwerk-Bahnsteighäuschen und heutiger Blick auf die geöffneten historischen S-Bahn-Bögen von Bahnhof Wedding, unter dem beiten, massiven, aus Beton errichteten verbreiterten Bahnsteig-Unterbau](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2024/01/21-wedding-s-bahnhof-vergleich-300x224.jpg)

### Berliner S-Bahnhöfe in den 1980ern und heute

Begleiten Sie uns anhand von historischen Aufnahmen des niederländischen Fotografen Fons Brasser und aktuellen Bildern auf einer Zeitreise zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Short-Story, 14 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/story/berliner-s-bahnhoefe-in-den-1980ern-und-heute)
- [ ![S-Bahnsteig Zehlendorf, dessen Bahnhofsuhr auf 12 Uhr stehengeblieben ist.](https://stiftung-stadtmuseum-berlin.b-cdn.net/wp-content/uploads/2023/12/s-bahnhof-zehlendorf-wannseebahn-1983-300x225.jpg)

### Stillstehende Zeit

Wuchernde Vegetation, stehengebliebene Uhren: Der niederländische Fotograf Fons Brasser dokumentierte von 1983 bis 1986 auf stillgelegten S-Bahnhöfe West-Berlins Zeichen des Verfalls nach dem Bau der Berliner Mauer.

Artikel, 3 min Lesezeit

](https://www.stadtmuseum.de/artikel/stillstehende-zeit)

##### Sammlung Online

Das digitale Schaufenster in die Bestände des Stadtmuseums Berlin bietet Ihnen einen vollständigen Überblick über alle Fotografien von Fons Brasser in unserer Sammlung.

[   alle Fotos von Fons Brasser ](https://sammlung-online.stadtmuseum.de/Home/Index?page=1&q=Fons%20Brasser)

## Entdecken Sie weitere Berlin-Themen!

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