Do | 28.02.2019 | 16:00 Uhr
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Museum Ephraim-Palais

Bilder in der Presse

Buchvorstellung und Gespräch

Pressezeichner und Presse-Illustrationen im Berlin der Weimarer Republik 

Berlin war in der nur vierzehn Jahre währenden, politisch unruhigen, jedoch in jeder Hinsicht kreativen Zeit der Weimarer Republik eines der großen Pressezentren der Welt. Das Publikum war damals geradezu „hungrig“ nach Informationen und Bildern. Die Zahl der Tageszeitungen, Zeitschriften und Magazine ist heute kaum zu verifizieren. In dieser Zeit, in der die Photographie zunächst nur in Illustrierten Fuß fasste, spielten Zeichnung und Graphik in der Presse noch eine dominierende Rolle. So zog die Stadt Illustratoren aus mehr als vierzig Ländern gleichsam magnetisch an; manche von ihnen waren auch Flüchtlingen vor den Unruhen und Umbrüchen infolge des Ersten Weltkriegs. Bildagenturen sorgten darüber hinaus für Illustrationsmaterial aus aller Welt. 

Politische Lebenswege

Detlef Lorenz’ Buch dokumentiert das Werk von etwa 6000 Namen – darunter berühmte und gänzlich unbekannte, Spezialisten und Dilettanten unterschiedlichsten Niveaus mit all ihren Motivfeldern und Stilen – sowie rund 800 Signaturen. Der Autor hat dazu rund 170 Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen ausgewertet – von den großen Tageszeitungen und Illustrierten bis hin zu kurzlebigen, jedoch kulturhistorisch wichtigen Nischenpublikationen. 

In den Kurzbiographien wird deutlich, dass die Weimarer Republik für die meisten Illustratoren ein Abschnitt in der Mitte ihres Lebens war: Sie wurden in der Kaiserzeit sozialisiert, viele erlebten beide Weltkriege, manche erlitten Tod, Verfolgung und Exil durch die Nationalsozialisten (oder schlossen sich ihnen an); verschiedene fanden später ein Auskommen im geteilten Deutschland. Es waren also oft politische Lebenswege. 

Nicht zuletzt macht der Band deutlich, dass die Weimarer Republik einen weit größeren kulturhistorischen Rahmen bot, als Schlagworte wie „Bubikopf“ und „Nachtleben“, „Tanz auf dem Vulkan“, „Babylon Berlin“ oder „politisches Chaos“ es vermitteln. 

Detlef Lorenz
Detlef Lorenz, geb. 1938 in Hirschberg im Riesengebirge, studierte Kunstgeschichte und Publizistik an der FU Berlin und arbeitete danach vierzig Jahre im Werbe- und Informationsdienst großer Industrieunternehmen. Zahlreiche Forschungsarbeiten und Veröffentlichungen zur Geschichte von Werbung und Presse sowie zu Biographien vergessener Künstler der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Buchveröffentlichungen: „Reklamekunst um 1900“ und „Künstlerspuren in Berlin vom Barock bis heute“ u.a.
Detlef Lorenz verstarb Anfang Februar 2019 im Alter von achtzig Jahren – nur wenige Tage vor dem Erscheinen seines letzten Buches „Bilder in der Presse“, das er nun leider doch nicht mehr gedruckt in den Händen hatte halten können.

Detlef Lorenz: Bilder in der Presse. Pressezeichner und Presse-Illustrationen im Berlin der Weimarer Republik. Dokumentation und Künstlerlexikon, 495 Seiten, 460 Abb., 210 x 280 mm, Festeinband, Schwarzweißabbildungen, ersch. Februar 2019, Lukas Verlag, ISBN 978-3-86732-308-6

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Info

Eintritt

frei

Veranstaltungsart

Vortrag, Lesung, Gespräch

Datum

Do | 28.02.2019 | 16:00 Uhr

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Salon

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