Do | 10.01.2019 | 18:00 Uhr
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Märkisches Museum

„Mein Großvater war einer der Besetzer des Vorwärtsgebäudes“

Buchvorstellung & Gespräch

Der Journalist David Fernbach (London/Malaga) spricht über seinen Großvater Wolfgang Fernbach, der – vor genau 100 Jahren – am 11. Januar 1919 von Regierungstruppen in Berlin ermordet wurde.

Für Wolfgang Fernbach war der Zionismus seines Vaters Eugen nur eine Etappe auf seinem Weg zum radikalen Sozialismus. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges schloss er sich der Gruppe um Rosa Luxemburg und der Spartakus-Bewegung an. Er starb beim Januaraufstand 1919 als einer der Verhandlungsführer der Besetzer des Berliner Vorwärts-Gebäudes.

In einem Lebenslauf seines Sohnes und einer Untersuchung seines Mordes liefert Eugen Fernbach ein ergreifendes Beispiel dafür, wie historische Kräfte innerhalb einer Familie wirken. Über die englische Originalversion schrieb der Schriftsteller und Literaturwissenschaftler W. G. Sebald: „Ein faszinierender Beitrag, der viel über den wahren Kern jüdischen Lebens in Deutschland in einer Zeit enthüllt, als das Scheitern des Assimilationsprozesses begann.“ Und die britische Soziologin Miriam Glucksmann urteilte: „Eine sensible Verflechtung von Autobiographie und Geschichte.“

Wolfgang Fernbach hatte vor seinem Tod schriftlich gewünscht, wie die anderen Opfer der Novemberrevolution 1918 auf dem Friedhof der Märzgefallenen beerdigt zu werden, falls ihm etwas zustieße. Warum ihm das verwehrt wurde, wird u. a. Gegenstand der Diskussion im Anschluss an die Lesung sein. 

Es diskutieren:
David Fernbach
Dr. Nora Pester | Verlegerin, Verlag Hentrich & Hentrich, Leipzig
Martin Düspohl | Kurator der Ausstellung Berlin 18/19

Eugen Fernbach, David Fernbach (Hg.): Assimilation – Zionismus – Spartakus, Chronik der Berliner Familie Fernbach (1879–1934), erschienen im Verlag Hentrich & Hentrich

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Info

Eintritt

3,00 / 2,00 Euro

Veranstaltungsart

Vortrag, Lesung, Gespräch

Datum

Do | 10.01.2019 | 18:00 Uhr

Treffpunkt

Hoffmann-Saal

Kontakt

INFOLINE

Mo Fr 10 18 Uhr

030 24002 162
Foto eines Salz- und Pfefferstreuer-Pärchens, das als Miniaturbüsten von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg gestaltet ist
Märkisches Museum
23.11.2018 – 19.05.2019
Berlin 18/19

Sonderausstellung
Das lange Leben der Novemberrevolution

Foto der Barrikaden an der Ecke Rungestraße / Köllnischer Park im März 1919
Märkisches Museum
So | 27.01. | 16 Uhr
Metropole 18/19

Öffentliche Führung
Alltagsleben und Bürgerkrieg in Berlin

Abbildung des Holzschnittes „Die Lebenden dem Toten“ von Käthe Kollwitz aus dem Jahr 1919, ein Gedenkblatt für Karl Liebknecht
Märkisches Museum
Mi | 13.02. | 16 Uhr
Projektionsfläche 18/19

Kuratorenführung
Das lange Leben der Novemberrevolution