Aufbruch in die Moderne

Prominenz aus dem Stadtmuseum Berlin in der Berlinischen Galerie

Das Stadtmuseum Berlin besitzt herausragende Gemälde prominenter Vertreter:innen der klassischen Moderne. Zwölf Highlights aus dieser hochkarätigen Sammlung sind seit Oktober 2022 zu Gast in der Berlinischen Galerie.

Ort
Berlinische Galerie
Alte Jakobstraße 124 – 128
10969 Berlin

Eintritt
10,00 € / 6,00 € (ermäßigt)
Freier Eintritt bis 18 Jahre
Freier Eintritt für Geflüchtete

Öffnungszeiten
Mi – Mo | 10 – 18 Uhr
Di geschlossen
Außerdem geschlossen am 24. und 31.12.

In der Dauerausstellung setzen sie neue Akzente und treten in den Dialog mit den Werken der Berlinischen Galerie.

Hintergrund dieser Kooperation sind umfangreiche Renovierungsarbeiten im Märkischen Museum. Ab 2023 schließt das Stammhaus der Stiftung Stadtmuseum Berlin für voraussichtlich vier Jahre.

Um auch während dieser Zeit bedeutende Schätze der Gemäldesammlung präsentieren zu können, entstand gemeinsam die Idee, ausgewählte Werke in die Dauerausstellung „Kunst in Berlin 1880-1980“ zu integrieren. Eine besondere Stärke der Sammlung des Stadtmuseums Berlin ist die Kunst der frühen Moderne. 

Namhafte Künstler

Die Gemälde, die nun in der Berlinischen Galerie zu sehen sind, stammen von Max Beckmann, Theo von Brockhusen, Lovis Corinth, Ernst Ludwig Kirchner, Walter Leistikow, Max Liebermann, Edvard Munch und Lesser Ury. Sie haben die Kunstszene der Stadt zu Beginn des 20. Jahrhunderts maßgeblich geprägt und bereichert. 

Moderne in Berlin

Höhepunkt der Präsentation ist das eindringliche Portrait des Industriellen, Kunstsammlers und späteen Politikers Walther Rathenau, das der Norweger Edvard Munch 1907 in Berlin geschaffen hat. Mit Munchs Ankunft in der Reichshauptstadt begann 1892 die Moderne in Berlin. Seine Ausstellung im Verein Berliner Künstler wurde nach wenigen Tagen geschlossen, weil konservative Mitglieder aufs Schärfste gegen seine neuartige Malerei protestierten. Im selben Jahr hatten sich fortschrittliche Kunstschaffende, darunter Max Liebermann und Walter Leistikow, zur „Vereinigung der XI“ zusammengeschlossen, um dem Berliner Publikum die neuesten Tendenzen deutscher Kunst nahezubringen. Auch die Ausstellungen dieser ersten modernen Künstler:innengruppe wurden als Affront gegen den konservativen Kunstgeschmack zur Zeit Kaiser Wilhelms II. empfunden. Aus der „Vereinigung der XI“ ging 1898/99 die „Berliner Secession“ hervor. An deren Ausstellungen nahm in der Folge unter anderem auch Munch regelmäßig teil.
Edvard Munch: Portrait Walther Rathenau, 1907
© Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Oliver Ziebe
Podcast zur Ausstellung

Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie, spricht mit dem Direktor des Stadtmuseums Paul Spies über die Idee von „Shared Collections“, die Herausforderungen des Sammelns und Entsammelns und eines seiner Lieblingswerke, das nun in der Berlinischen Galerie präsentiert ist.

Lovis Corinth: Selbstbildnis, 1900
© Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Oliver Ziebe

Portraits und Selbstbildnisse

Über das Walther Rathenau-Portrait von Munch hinaus versammelt die Präsentation mehrere Bildnisse von Lovis Corinth. Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens, wie der einflussreiche Journalist Alfred Kerr (1907), standen ihm ebenso Modell wie seine Schülerin und spätere Ehefrau Charlotte Berend (1902). Sie und ihr Mann waren Mitglieder der „Berliner Secession“ und nahmen regelmäßig an deren Ausstellungen teil. Auch herausragende Künstler:innenbildnisse aus dem Stadtmuseum Berlin sind vertreten. Corinth malte spätestens ab 1900 jedes Jahr zum Geburtstag ein Selbstportrait. In diesem Jahr zog er auch von München nach Berlin, um hier Karriere zu machen.

Um 1900 gehörte Walter Leistikow zu den gefragtesten Maler:innen Berlins. Als engagierter Netzwerker war er eine treibende Kraft in der Avantgardeszene der Stadt. Vor allem seine Landschaftsbilder wie „Abendstimmung am Schlachtensee“ (um 1895) standen für eine neue, moderne Kunstauffassung. Wie die Impressionist:innen malte Leistikow oft direkt vor dem Motiv, zumeist im Berliner Umland mit seinen zahlreichen Seen.

Nollendorfplatz

Gleich mehrere Künstler widmeten sich in ihren Stadtansichten dem Berliner Nollendorfplatz. In den Wintermonaten der Jahre 1910 bis 1914 lebte dort in der Hausnummer 6 der Künstler Max Beckmann mit seiner Frau Minna Beckmann-Tube. Aus seinem Atelierfenster blickte er auf den nordwestlichen Teil des Platzes. Ernst Ludwig Kirchners Ansicht des Nollendorfplatzes entstand 1912. Der Expressionist und Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Brücke“ zog 1911 von Dresden nach Berlin und malte hier zahlreiche Straßenszenen, mit denen er auf das Erleben der Großstadt reagierte. Lesser Urys „Bahnhof Nollendorfplatz bei Nacht“ von 1925 ist dagegen noch ganz dem Impressionismus verpflichtet. Als Maler des modernen Großstadtlebens wurde Ury schon vor 1900 für seine atmosphärischen Nachtdarstellungen geschätzt.
Max Beckmann: Nollendorfplatz, 1911
© Stadtmuseum Berlin | Reproduktion: Oliver Ziebe

Die Künstler

  1. Max Beckmann (1884 Leipzig – 1950 New York)
  2. Theo von Brockhusen (1882 Marggrabowa, heute Olecko/Polen – 1919 Berlin)
  3. Lovis Corinth (1858 Tapiau/Ostpreussen, heute Gwardeisk/Russland – 1925 Zandvoort)
  4. Ernst Ludwig Kirchner (1880 Aschaffenburg – 1938 Davos)
  5. Walter Leistikow (1865 Bromberg, heute Bydgoszcz/ Polen – 1908 Berlin)
  6. Max Liebermann (1847 Berlin – 1935 Berlin)
  7. Edvard Munch (1863 Løten – 1944 Oslo)
  8. Lesser Ury (1861 Birnbaum, heute Międzychód/ Polen – 1931 Berlin)

Info & Service

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Di geschlossen
Außerdem geschlossen am 24. und 31.12.

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Alte Jakobstraße 124 – 128
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