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José lvarez und Verda Kaya vor der HipHop-Station im Raum „Vergnügen“
© Kulturprojekte Berlin und Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Oana Popa-Costea

New York – Berlin – Istanbul: HipHop im Wandel der Städte

Wie der HipHop seinen Weg von den USA in die Türkei fand und welche Rolle Berlin dabei spielte, wird im Raum „Vergnügen“ anhand von Exponaten, bunten Graffitis und einer HipHop-Medienstation gezeigt.

von Maria Shrainer

Die HipHop-Kultur entstand im New Yorker Stadtteil Bronx unter Schwarzen und lateinamerikanischen Jugendlichen. In den frühen 1980er Jahren wurde sie in Berlin vor allem durch die Medien bekannt. Eine wichtige Rolle bei der „Reise“ von Amerika nach Deutschland spielten aber auch die in West-Berlin stationierten amerikanischen Soldaten, die die New Yorker Kultur über ihre Radiosender und Clubs verbreiteten. Elemente der HipHop-Kultur, bspw. Breakdance, Rap und DJing, wurden unter Jugendlichen immer beliebter. Nicht umsonst wurden Reste der Berliner Mauer in West-Berlin zur längsten Graffiti-Wand der Welt.

Die neue Richtung des HipHops

Der HipHop, der junge Menschen mit unterschiedlicher Herkunft in New York zusammenbrachte, wurde für sie zu einer Möglichkeit, sich dem Rassismus zu widersetzen und sich auszudrücken. Vielfalt war in dieser Zeit ein wesentlicher Bestandteil des HipHop. In Berlin wiederum wurden diese Merkmale der HipHop-Kultur nur noch verstärkt.

Der Raum „Vergnügen“ in BERLIN GLOBAL, Ausstellungsaufsicht.
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Anna Preussel
Berlin in den 1990er Jahren: HipHop-Beats sind auf den Straßen der Stadt zu hören, und in der Kneipe Royal Bunker an der Mittenwalder Straße in Kreuzberg finden Open-Mic-Sessions statt. Es werden Lieder wie My Melody und Cartel aufgenommen, die zu Hymnen der Subkultur geworden sind.

In die Türkei und zurück

Eine völlig neue Form des amerikanischen HipHop hat in der deutschen Kultur eine ganz eigene Identität und Bedeutung bekommen. Rap-Musik, Graffiti und Breakdance über politische und ethnische Themen hatten einen unglaublichen Erfolg bei jungen Menschen. Recht schnell wurde der neue HipHop-Trend von jungen Leuten aus Deutschland in die Türkei getragen. Wegen der Energie, Kreativität und der Vermittlung eines besonderen Lebensgefühls wurde die Stilrichtung in der Berliner HipHop-Szene zu dieser Zeit ebenso beliebt. Junge Menschen in der Türkei fanden ein Echo in der neuen Subkultur und begannen bald, ihre eigenen Rap-Tracks aufzunehmen. Zwischen deutschen und türkischen HipHop-Künstler:innen entstand ein besonderes Band, das durch ständigen Austausch und Zusammenarbeit geprägt ist. 

BERLIN GLOBAL meets AZIZA A.

Eine von ihnen ist die Rapperin AZIZA A. Für BERLIN GLOBAL sang die türkisch-deutsche Musikerin zur Fête de la Musique 2021 in der damals noch nicht eröffneten Ausstellung. Das Konzert ist weiterhin auf YouTube zu finden. 

BERLIN GLOBAL meets AZIZA A.
© Stadtmuseum Berlin | Collage Stadtmuseum Berlin, Foto: Aziza A

Rapper:innen, DJs, Breakdancer:innen und Graffiti-Künstler:innen haben gemeinsam mit der Kuratorin Verda Kaya versucht, die Atmosphäre der damaligen Zeit in der Ausstellung BERLIN GLOBAL durch persönliche Geschichten und Erfahrungen zu vermitteln. Außerdem finden öffentliche Tandemführungen mit Hip-Hop-Künstler:innen statt.

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