Musica di Strada. Italiener:innen in Prenzlauer Berg

Handel, Handwerk & Musik: Mechanische Musikinstrumente des Stadtmuseums Berlin im Museum Pankow

Mit der Gründung des Königreichs Italien 1861 begann die Zeit der „großen Migration“. Bis 1914 verließen rund 14 Millionen Menschen ihre Heimat. Ein Ziel war Berlin. Die gemeinsame Ausstellung des Museums Pankow und des Stadtmuseums Berlin erzählt die Siedlungs- und Migrationsgeschichte der Italiener:innen in Prenzlauer Berg. Objekte aus dem Stadtmuseum Berlin ergänzen die Ausstellung.

Ort
Museum Pankow
Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner
Ausstellungshalle
Prenzlauer Allee 227/228
10405 Berlin

Eintritt
Eintritt frei

Öffnungszeiten
Di – So | 10 –18 Uhr
Mo + feiertags | geschlossen

Website
Website Museum Pankow

Nach der Gründung des Deutschen Reiches 1871 kamen viele Italiener:innen in die boomende Metropole Berlin. Bereits um das Jahr 1900 lebten rund 1.300 Italiener:innen in der Hauptstadt. Mit der wachsenden Bevölkerung breitete sich die Stadt vor allem gen Norden aus. Viele siedelten sich im heutigen Prenzlauer Berg an. In der Gegend um Pappelallee und Schönhauser Allee entstand eine rund 250-köpfige italienische Gemeinschaft. Mit ihren traditionellen Handwerkskünsten und Berufen prägten sie den Berliner Ortsteil über Jahrzehnte.

Familien in Prenzlauer Berg

Weltbekannt wurde die Firma Cocchi, Bacigalupo & Graffigna aus der Schönhauser Allee mit der Produktion von Drehorgeln und Orchestrien.

Einige Exemplare sind in der Sonderausstellung zu sehen. Dazu gehören auch die mechanischen Musikinstrumente aus der Musikaliensammlung des Stadtmuseums Berlin. Im Zuge der mehrjährigen, umfangreichen Erneuerung des Märkischen Museums ziehen sie nach Pankow. Darunter befinden sich Drehorgeln (auch Leierkästen genannt), Pianolas (selbstspielende Klaviere) und einzigartige Objekte wie das Orchestrion Fratihymnia.

Trailer

Erfahren Sie in diesem Video mehr über die Ausstellung!

Fabrikgebäude der Firma Frati & Co. in der Schönhauser Allee 73, nach 1883
© Stadtmuseum Berlin, aus: Berlin. Historisch-biographische Blätter

Programm

Regelmäßige Vorführungen der Instrumente sowie ein umfangreiches Begleitprogramm zu verschiedenen Themen ergänzen die Ausstellung.

Highlight der Ausstellung

Das Orchestrion wurde um 1900 ursprünglich als Modell Soleil von der Firma Cocchi, Bacigalupo & Graffigna in Berlin gebaut. Es erzeugt den Klang eines kompletten Salonorchesters. 1919 tauschte die Firma Frati & Co. das Spielwerk aus und baute den firmeneigenen Orchestriontyp Fratihymnia ein. Er benötigte für den Antrieb statt eines Gewichtsaufzuges einen Elektromotor und eine Windmaschine. Nach dem Umbau gelangte die Fratihymnia in den Besitz von Giovanni Crescio und spielte Jahrzehnte, bis 1951, im italienischen Restaurant Genua.

1962 kaufte das Märkische Museum das Orchestrion. Noch heute sind die rund 150 Papiernotenrollen spielbar. Neben den Potpourris großer Opern lassen sie Melodien aus den Operetten von Walter Kollo und Jean Gilbert sowie beliebte Schlager der 1920er Jahre erklingen.

Abbau des Orchestrions

Ende 2022 wurde das riesige Orchestrion „Fratihymnia“ (im Bild-Hintergrund zu sehen) innerhalb weniger Tagen im Märkischen Museum abgebaut. Das schrankähnliche Automatophon ist nun in der Sonderausstellung des Museums Pankow zu sehen.

Ausschnitt Orchestrion Fratihymnia, erbaut 1900 von der Fa. Cocchi, Bacigalupo & Graffigna in der Schönhauser Allee 78.
© Stadtmuseum Berlin

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Eine gemeinsame Ausstellung in Kooperation mit

Fachbereich Museum/Bezirkliche Geschichtsarbeit

Gefördert durch

Sowie gefördert durch den Bezirkskulturfonds (BKF).
Unterstützt durch die Internationalen Drehorgelfreunde Berlin e.V.

Info & Service

Anfahrt

Museum Pankow
Kultur- und Bildungszentrum Sebastian Haffner
Prenzlauer Allee 227/228
10405 Berlin

Kontakt Museum Pankow

(030) 90295-3917
E-Mail schreiben

Tickets

Eintritt

Eintritt frei