Hans Baluschek, Tauwetter, Berlin 1907. Aquarell, Kreide auf Papier unter Glas, gerahmt, 84 x 118,5 x 5,5 cm. Inv-Nr. VII 59/272 x
© Stadtmuseum Berlin

Geheimcodes. Hans Baluscheks Malerei neu lesen!

Der Berliner Künstler Hans Baluschek (1870–1935) wurde in bisherigen Ausstellungen als sozialkritischer Künstler interpretiert, der das Leben der Berliner Arbeiterschaft wahrheitsgemäß abbildet. Dabei wurde übersehen, dass seine Bilder viel hintergründiger sind und voller Anspielungen stecken. Das Berliner Bröhan-Museum zeigt in seiner Ausstellung, welche Bezüge in den Arbeiten zu finden sind. Zwei Leihgaben aus dem großen Baluschek-Nachlass des Stadtmuseums Berlin werden ebenfalls entschlüsselt.

Ausstellung: 1.5.–1.9.24

Hans Baluschek entwickelte seine Malerei parallel zu den Kunstströmungen vom Impressionismus über den Expressionismus im Kaiserreich bis zur Neuen Sachlichkeit in der Weimarer Republik. Immer bleibt er ein gegenständlicher Maler, wobei seine Bilder von einer merkwürdigen Konstruiertheit geprägt sind.

Mit Bezügen zu Hexenkult, Spiritismus, okkulten Gedanken, Zahlenmystik und Astrologie enthalten seine Bilder zahlreiche Andeutungen, die auf die vielfältigen Konzepte des frühen 20. Jahrhunderts verweisen, eine Wirklichkeit hinter der scheinbaren Wirklichkeit zu suchen. Durch mehr oder weniger eindeutige Zitate und Verweise lockt er die Betrachtenden auf immer neue Fährten, animiert sie, sich selbst und die Wirklichkeit zu hinterfragen. Wirklich entschlüsseln lassen will er seine Bilder jedoch selten.

Hans Baluschek, Großstadtlichter, Berlin 1931. Öl auf Leinwand, 125 x 170 cm, Inv.-Nr. VII 59/234 x.
© Stadtmuseum Berlin
Als Vertreter des kritischen Realismus sah sich Baluschek in der Tradition der Berliner Landschafts- und Industriemaler Adolph von Menzel (1815 – 1905) und Paul Friedrich Meyerheim (1842 – 1915). Literarisch war ihm der französische Schriftsteller Émile Zola (1840 – 1902), Begründer der literarischen Strömung des Naturalismus, Inspiration und Vorbild. In dem Magazinbeitrag „Kampf um meine Kunst“ beschrieb Baluschek 1920 seine Schwierigkeiten, als relevanter Künstler anerkannt zu werden. Gleichwohl beeinflussten die wechselnden Stilrichtungen der damaligen Zeit, wie der Expressionismus, seine Arbeit wenig. Baluschek blieb seinem dem Realismus verpflichteten Stil stets treu.

Erfahren Sie mehr über Hans Baluschek!

Ausstellungsort

Ort
Bröhan-Museum
Schlossstraße 1 a
14059 Berlin (am Schloss Charlottenburg)

Eintritt
8 Euro | 5 Euro (ermäßigt)

Website
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