Bilder vom Marinehaus 2018 bis 2020

Elisabeth Störmer-Hemmelgarn

Entstehung

Das Marinehaus am Köllnischen Park wurde 1908/09 fast zeitgleich mit dem Märkischen Museum erbaut. Ursprünglich als Vereinshaus für Marineangehörige gegründet, erlebte das Gebäude wechselvolle Zeiten und unterschiedliche Nutzungen. Seit Anfang der 1990er Jahre stand es jedoch leer und entwickelte sich zu einem Lost Place – unter anderem für Street-Art-Künstler:innen. Seit 2023 wird nach einem Entwurf des dänischen Architekturbüros ADEPT im Marinehaus ein „Haus im Haus“ errichtet. Damit entsteht ein neues Kulturzentrum, das von der Stiftung Stadtmuseum Berlin betrieben und voraussichtlich im Jahr 2029 eröffnet werden wird.

Bevor die Umbaumaßnahmen begannen, erkundete die Berliner Künstlerin Elisabeth Störmer-Hemmelgarn (geboren 1948) im Jahr 2018 das leerstehende Marinehaus. Sie machte zahlreiche Fotos und Skizzen und arbeitete bis 2021 an insgesamt 15 Gemälden und Papierarbeiten zum Gebäude. Die hier ausgewählten Bilder bieten allesamt Durchblicke und Ausblicke – durch Treppenhäuser und Fenster, zum Teil auf das gegenüberliegende Märkische Museum oder die Botschaft der Volksrepublik China auf der rückwärtigen Seite des Gebäudes.

Faszinierend ist in den Bildern das Nebeneinander der langsam verfallenden Architektur und der Natur, die begonnen hat, das Gebäude zurückzuerobern. Farne wachsen aus den Ritzen im Boden und zarte Gräser leuchten in der Sonne. Die zahlreichen Graffiti an den Wänden sind von Elisabeth Störmer-Hemmelgarn in ihre ganz persönliche Inventur des Marinehauses mit aufgenommen worden. Sie sind Spuren eines Lebens, das in dem Gebäude über viele Jahre im Verborgenen stattgefunden hat. Im sanierten Marinehaus werden einige dieser Graffiti sichtbar bleiben.

Elisabeth Störmer-Hemmelgarn malt die Dinge so, wie sie diese sieht und erlebt. Ihre ganz eigene Wahrnehmung der Welt mündet in einen persönlichen Realismus, der ins Bild setzt, was einen Ort und einen Moment für die Künstlerin ausgemacht hat. Das will sie für andere sichtbar und nachvollziehbar machen. Wir laden also dazu ein, in den Bildern von Elisabeth Störmer-Hemmelgarn ein Marinehaus zu erleben, das so nur in ihren Darstellungen existiert und in dieser Form noch da sein wird, wenn das Haus in wenigen Jahren saniert und umgebaut seine Türen öffnet.

Die Bilder

Elisabeth Störmer-Hemmelgarn: Marinehaus Shutdown, 2020 (Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm)
© Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt
Elisabeth Störmer-Hemmelgarn: Marinehaus DESTRUKTIV KREATIV, 2020 (Acryl auf Leinwand, 57 x 40 cm)
© Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt
Elisabeth Störmer-Hemmelgarn: Marinehaus Gruselkabinett, 2020 (Acryl auf Leinwand, 60 x 80 cm)
© Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt
Elisabeth Störmer-Hemmelgarn: Marinehaus Dachkammerüberraschung, 2020 (Acryl auf Leinwand, 70 x 90 cm)
© Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt
Elisabeth Störmer-Hemmelgarn: Marinehaus Geisterhaus, 2020 (Acryl auf Leinwand, 90 x 70 cm)
© Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt

Die Präsentation der Bilder Elisabeth Störmer-Hemmelgarns auf dem Bauzaun am Köllnischen Park ist ein Projekt der Störmer-Hemmelgarn-Stiftung in der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

Marinehaus (links) und Märkisches Museum (rechts)
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Luca Girardini

Das Marinehaus

Das Marinehaus ist geschichtlich eng mit dem benachbarten Märkischen Museum verknüpft. Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf soll das traditionsreiche Gebäude nun wieder zum lebendigen Ort städtischer Kultur werden.