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Nikolaikirche und Stadtgeschichte

Jugendliche am Eingang des Museums Nikolaikirche
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring
Jugendliche auf der Orgelempore der Nikolaikirche
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring

Die Jugendlichen erkunden in der dialogischen-aktiven Führung das älteste erhaltene Kirchenbauwerk Berlins nach ihren eigenen Interessensschwerpunkten.

Preise
Regulär: 3 Euro pro Person (inkl. Material), Sprache: Deutsch (weitere Sprachen auf Anfrage)

Frei inspiriert skizzieren die Schüler:innen zunächst ihre spontanen Eindrücke zur Architektur oder einzelnen Objekten der Stadtgeschichte. Die Skizzen und ihre Fragen dazu sammeln sie in einem großen Grundriss der Nikolaikirche. So bestimmen sie den Rundgang für ihre Klasse durch das Museum und erstellen dabei gemeinsam eine Legende mit Bezeichnungen und den gefundenen Antworten.

Ein Ort – viele Themen

An der mittelalterlichen Architektur des ehemaligen Kirchengebäudes und seiner Bauweise sowie an Grabmälern und Objekten der Dauerausstellung können die Jugendlichen ein großes Stück Berliner Stadtgeschichte ablesen.

Die Ausstellung regt an, über weite Themenfelder zu sprechen: Kriegszerstörung und Wiederaufbau, Kunst und Musik, Bestattungskultur im Lauf der Jahrhunderte, religiöse Symbole, sakrale Bräuche, Zusammenhänge von gebauter Architektur und Liturgie, sowie die kulturell und religiös vielfältige Bevölkerung des heutigen Berlins. Im moderierten Gespräch setzen die Schüler:innen dies zu sich selbst und ihren eigenen lebensweltlichen Erfahrungen in Bezug.

Baugeschichte – Stadtgeschichte

Warum, wie und von wem wurde die Kirche an dieser Stelle errichtet? Welcher Teil gilt als das „älteste erhaltene Zimmer“ von Berlin? Was erzählen der Turm und die Mauerreste der spätromanischen Feldsteinkirche über die Gründungszeit der Stadt?

Die Jugendlichen deuten gemeinsam aus den Materialien und Formen selbst Hinweise auf die Baugeschichte. Feldsteine, Backsteine, runde Fenster, spitze Fenster – die Unterschiede werden schnell deutlich. Zu welchen Zeiten haben die Berliner ihre Kirche umgebaut, und welche weltliche Aussage steckt in ihrer Entscheidung für ein neues Baumaterial?

Jugendliche am Modell des wiederaufgebauten Nikolaiviertels
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Mirjam Koring

Rolle der Nikolaikirche

In solchen Gesprächen wird den Schüler:innen deutlich, welche Rolle Berlins älteste Kirche und Hauptpfarrkirche für die Menschen früher spielte. Warum heißt sie eigentlich Nikolaikirche? Wie sah sie früher im Inneren aus? Wer durfte sich wo aufhalten? Wer wurde hier begraben?

Ergänzend zum historischen Kirchenraum zeigt ein Modell den Wiederaufbau des heutigen Nikolaiviertels. Dabei wird verständlich, warum die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kirche nun ein Stadtmuseum ist.

Glauben in Berlin heute

Die Installation „Glauben in Berlin“ vermittelt anschaulich die Vielfalt der Menschen, die heute in Berlin leben. Sie zeigt persönliche Zugänge zu Religion und Spiritualität von einzelnen Menschen in der multikulturellen Stadt. Im Dialog über Exponate und Personen können die Jugendlichen eigene Kenntnisse und persönliche Erfahrungen einbringen und sich über ihre eigenen Haltungen oder Migrationserfahrungen austauschen.

Mögliche Lehrplanbezüge:

  • Methoden- und Deutungskompetenzen: Räume erschließen, beschreiben und benennen; Methoden des kreativen Forschens
  • Bildende Kunst, Klassen 7-10: Bauen und Konstruieren, Architektur und Bildhauerei, Innen- und Außenräume, Rhythmus, Bewegung und Veränderung, Phänomene von Zeit und Zeitgeschichte
  • Bildende Kunst, gymnasiale Oberstufe: Baukonzeptionen und Bauwerke, Funktionen von Architektur
  • Geschichte: Epochen Mittelalter bis 20. Jahrhundert; Leben und Glauben im Mittelalter, christliches Weltbild, Kirche und Kirchenreform, Reformation
  • Religion: Gestalt des Glaubens und Zeichen des Religiösen, liturgische Vorgänge und Orte im Kirchenraum sowie im Wandel der Geschichte
Hinweis:

Das Leben und Wirken des Pfarrers und Liederdichters Paul Gerhardt und des Kantors Johann Crüger sind eng mit der Nikolaikirche verbunden. Auf Wunsch kann hierauf ein besonderer Schwerpunkt gelegt werden.