Barbara Loftus – Eine Enterbung
Eine Ausstellung im Haus am Lützowplatz zeigt zahlreiche Werke der britischen Malerin aus der Sammlung des Stadtmuseums Berlin. Ihre Bilder beschäftigen sich mit der Verfolgung und Enteignung ihrer Mutter während der NS-Zeit.
Ausstellung
27.03.–25.05.2026
Die Ausstellung „Eine Enterbung“ im Haus am Lützowplatz (HaL) ist das Ergebnis einer seit 1994 andauernden künstlerischen Auseinandersetzung der britischen Malerin und Filmemacherin Barbara Loftus (*1946) mit dem früheren Leben ihrer Mutter Hildegard, geborene Basch (1915–2007). Diese entkam dem NS-Regime im britischen Exil, während ihre Eltern und ihr Bruder am 14. Dezember 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden.
Über die Kindheit der Mutter im Berlin-Schöneberg der 1920er Jahre, über ihr Aufwachsen in der anfangs noch großbürgerlichen Wohnung in der Lutherstraße 51 (1939 umbenannt in Keithstraße 14), über die finanziellen Schwierigkeiten der Großeltern Sigismund und Herta während der Hyperinflation und der Weltwirtschaftskrise sowie schließlich über die ab 1933 einsetzende massive gesellschaftliche Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung bis hin zu Verfolgung, Deportation und Vernichtung – über all dies wusste die Tochter jahrzehntelang nichts Genaues.
Barbara Loftus am Stadtmuseum Berlin
Ein Teil ihrer (re)konstruierten „Erinnerungsbilder“ wurde 2013/14 im Museum Ephraim-Palais aus Anlass des Themenjahres „Zerstörte Vielfalt. Berlin 1933–1938–1945“ gezeigt, das an die Machtübernahme der Nationalsozialisten und die Novemberpogrome erinnerte. Die dort ausgestellten Arbeiten wurden anschließend vom Land Berlin für die Sammlung des Stadtmuseums Berlin erworben. Eine Auswahl daraus bildet nun den Grundstock der Ausstellung im Haus am Lützowplatz, ergänzt um zahlreiche neue Arbeiten, einen 2018 entstandenen Film sowie eine neue Publikation.
Die Idee zur Ausstellung wurde von Paul Spies noch während seiner Amtszeit als Direktor der Stiftung Stadtmuseum Berlin im Austausch mit Marc Wellmann und Barbara Loftus entwickelt. Die örtliche Nähe zur Keithstraße sowie der Umstand, dass die Ausstellungsräume am Lützowplatz zu einem Wohnhaus gehören, das sich bis 1938 in jüdischem Besitz befand, bildeten dabei die tragenden, bedeutungsstiftenden Motive.
Kuratiert von Marc Wellmann, Künstlerischer Leiter Haus am Lützowplatz (HaL).
Text & Bilder: Haus am Lützowplatz
Über die Ausstellung
Ort
Haus am Lützowplatz (HaL)
Am Lützowplatz 9
10785 Berlin
Öffnungszeiten und Eintrittspreise unter:
www.hal-berlin.de/ausstellung/eine-enterbung/