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Nikolai Makarov, Voskresheniye, Mischtechnik auf Papier, 2021
© Stadtmuseum Berlin | Foto: Michael Setzpfandt

Voskresheniye

Vierte Variation zur Auferstehung im Museum Nikolaikirche

von Albrecht Henkys

Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte „Auferstehung Christi“ in der Kraut-Kapelle des Museums Nikolaikirche war vom 30. November 2021 bis zum 23. Januar 2022 in einer Interpretation des Künstlers Nikolai Makarov zu sehen.

Kunst in der Kirche

Das Bild ist der vierte Teil einer seit Juni 2021 andauernden Serie von Variationen zum Thema Auferstehung. Die Bilder werden nacheinander präsentiert von Künstler:innen.

Mit seiner besonderen Technik ist Makarov ein Maler des Lichts. Nicht in klaren Konturen, sondern ins Räumliche aufgelöst und von innen heraus leuchtend scheinen seine Figuren vor den Betrachtenden auf. Vergeblich sucht das Auge auf dem Malgrund nach Halt.

Mit seinem Gemälde „Voskresheniye“ (dt: Auferstehung) reagiert Makarov gleich in doppelter Weise auf die vorgefundene Situation: Zum einen zitiert es das verlorene Wandbild und lässt es hier, am Ort seines Verlusts, wie eine Vision noch einmal aufscheinen.

Zum anderen steigert Makarov die Botschaft des unbekannten Künstlers aus der Barockzeit, von dem das ursprüngliche Gemälde stammte. Dieser ließ den Auferstandenen Jesus Christus schweben, um so den Widerspruch von dessen anwesend-abwesender Körperlichkeit auszudrücken. Bei Makarov tritt er uns nun fast gänzlich entstofflicht gegenüber.

In diesem Projekt geht es darum, sich dem vom preußischen Hofbildhauer Georg Glume (1679–1765) entworfenen Grabdenkmal künstlerisch anzunähern und sich aus zeitgenössischer Sicht mit einer historischen Fehlstelle auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht darum, diese zu rekonstruieren, sondern zu kommentieren und eine Raumsituation zu erarbeiten, die das Thema des verlorenen Bildes in der Kapelle Kraut, die Auferstehung Christi, im Blickwinkel von heute interpretiert.
Unbekannter Künstler, Auferstehung, Kraut-Kapelle, entstanden 1725
© Archiv Landesdenkmalamt Berlin