Beginn:  
15.07.2021
  |   Ende:  
26.09.2021

Stillgelegt. West-Berliner S-Bahnhöfe in den 1980er Jahren

Fotografien von Fons Brasser

Der Bau der Berliner Mauer besiegelte am 13. August 1961 für Jahrzehnte die Teilung der Stadt. Menschen wurden getrennt, Verkehrsverbindungen unterbrochen. Die neue Präsentation des Foto-Grafischen Kabinetts im Märkischen Museum stellt Ausschnitte aus dem Schlüsselwerk eines international renommierten niederländischen Künstlers vor, der mit „Stillgelegt“ ein beeindruckendes Dokument des Kalten Krieges schuf.

Brasser forschte jahrelang zur Geschichte des Berliner Bahnverkehrs. Für das Projekt über die ungenutzten S-Bahnhöfe (Niederl.: „Geisterbahn“) schuf er 1983/84 diese Übersicht (Reproduktion).

Der niederländische Bildhauer und Grafiker Fons Brasser war bei einem Aufenthalt in West-Berlin 1983 von den vielen stillgelegten S-Bahnhöfen fasziniert. Die Verwahrlosung dieser „Geisterbahnhöfe“ erschien ihm als sinnbildhaft für die Absurdität der Teilung der Stadt und wurde zum Impuls für sein erstes großes fotografisches Werk. Streng dokumentarisch nahm er jeweils das Empfangsgebäude und den Bahnsteig der seit 1980 nicht mehr genutzten Stationen auf. Sie waren einst Verkehrsknotenpunkte für abertausende Menschen auf ihrem täglichen Weg durch das große Berlin gewesen.

Präsentiert werden im Foto-Grafischen Kabinett ausgewählte 9 von 54 Bildpaaren der Serie. In Brassers großformatigen Bildern wuchert Gras, sind Zugänge gesperrt, stehen Uhren still. Auch 60 Jahre nach dem Bau der Berliner Mauer und mehr als 30 Jahre nach deren Fall führen seine Bilder eindringlich die Folgen der Teilung Berlins für den Alltag der Menschen und die Infrastruktur der Stadt vor Augen.

Weitere Fotos finden Sie in der >> Sammlung Online

Erworben mit Unterstützung des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin e.V.

Über Fons Brasser

Fons Brasser, geboren 1944 in Haarlem (Niederlande), ist Autodidakt. 1977 und 1983 gab es von ihm Einzelausstellungen im Stedelijk Museum (Amsterdam). Seitdem hat er sowohl in Gruppen- als auch Einzelpräsentationen in den Niederlanden, Deutschland, der Schweiz, Norwegen, Island, den USA und Dubai ausgestellt. Er war einer der ersten in den Niederlanden, der sich der neuen, künstlerischen Dokumentarfotografie verschrieben hat. Neben seinen freien Arbeiten erhielt er Aufträge von der obersten Denkmalbehörde der Niederlande.

Projekte
Brasser arbeitet als Fotograf  immer in Projekten. So widmete er sich in Serien zu Wassertürmen, Leuchttürmen und Brücken immer wieder technischen Industriebauten, aber auch der Hollandse Waterlinie (holländische Wasserlinie), einer Verteidigungsanlage bei Amsterdam. Zu den Verkehrsanlagen Berlins fertigte er zwischen 1983 und 2006 drei Bildzyklen („Stillgelegt“, „Gesperrt“, „Re-photography“)

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