18.05.2017

Museum differenziert erleben in den [Probe]Räumen

Pressemitteilung

Sammeln, Forschen und Kuratieren im Märkischen Museum

Als der Architekt Ludwig Hoffmann im Jahr 1908 das Märkische Museum vollendete, schuf er damit einen seinerzeit neuartigen Museumsbau, der dem Publikum ein völlig neues Bildungserlebnis bot: stimmungsvolle, historische  Stilräume,  neue Formen der Sammlungspräsentation und einen sinnlichen Zugang zu den originalen Exponaten. Die neuen [Probe]Räume greifen diesen Grundgedanken auf und übertragen ihn zeitgemäß in die Gegenwart – das Museum entwickelt sich von einem Ort der Präsentation hin zu einem Ort der interaktiven und partizipativen Museumspraxis.

Die Ausstellung im zweiten Obergeschoss ist als Rundgang konzipiert, in dem sich die Besucherinnen und Besucher die Inhalte selbstbestimmt, forschend und auch spielerisch erschließen und erleben können – unabhängig von Alter, Interessen oder Kenntnissen. Auf 250 qm werden in acht Themenräumen die zentralen Aufgaben der Museumsarbeit aufgegriffen und erklärt: Sammeln, Forschen, Präsentieren und Vermitteln, ergänzt um das Restaurieren, Kuratieren und  Inszenieren. Erzählt werden diese Aufgaben entlang der Hauptthemen „Geschichte Berlins im Mittelalter“ und „Kindheit und Alltag um 1900“. Knapp 500 Exponate aus der Sammlung des Stadtmuseums Berlin, die mit viel Liebe zum Detail in die Gestaltung eingebettet sind, unterstreichen das Narrative.

Ausgangspunkt des Rundgangs ist ein Raum mit einem Modell der mittelalterlichen Doppelstadt Berlin und Cölln. Ergänzt durch Schlüsselobjekte dieser Zeit werden hier wichtige Aspekte der Stadtgründung vermittelt. Anschließend haben die Besucherinnen und Besucher zwei Möglichkeiten, sich die [Probe]Räume zu erschließen: entweder vertiefend zum Thema „Mittelalter“ oder direkt zum „Alltag und Leben um 1900“. Auf harten originalen Schulbänken der Jahrhundertwende können sowohl Kinder als auch Erwachsene ein Gefühl für das Schulwesen um 1900 bekommen und an zahlreichen Hands-on-Stationen die Entwicklung von Schreibgeräten nachvollziehen und ausprobieren. Die Bewohnerinnen und Bewohner eines typischen Berliner Mietshauses aus der vorletzten Jahrhundertwende erzählen spannende Alltagsgeschichten ihrer Zeit.

Ein inszeniertes Schaudepot zeigt mittelalterliche Gegenstände so, wie sie im realen Museumsdepot aufbewahrt werden. Hier soll veranschaulicht und erläutert werden, worum es beim Kuratieren geht. Die [Probe]Räume bieten dem Publikum zudem einen multiperspektivischen Zugang, indem z.B. sakrale Objekte aus ihrem ursprünglichen Kontext in einem der Stilräume  Hoffmanns gelöst und unter restauratorischen Aspekten neu betrachtet werden. Auch das Thema „Forschen“ – wichtiger Bestandteil der Museumsarbeit – findet seinen Platz. Eine kleine Bibliothek bietet die Möglichkeit zum Stöbern, Lesen und Vertiefen und an einer Medienstation können die Objekte der „Sammlung online“ des Stadtmuseums Berlin erkundet werden. Herzstück der [Probe]Räume ist ein Aktionsraum, der die Inhalte noch einmal bündelt und auch zum Mitmachen animiert: Hier können die Besucherinnen und Besucher das museale Arbeiten ganz praktisch nachspüren und selbst kuratorisch tätig werden. Interessierte können ihre eigene Ausstellung im Miniformat kreieren, die dann unmittelbar in der Ausstellung präsentiert wird. Auch persönliche Objekte aus Berlin oder mit Berlin-Bezug können hierfür mitgebracht werden, um individuelle Geschichten zu erzählen. Wer Teil der Ausstellung werden möchte, kann sich unter mitmachen@stadtmuseum.de anmelden. Neben der Möglichkeit, selbst Objekte auszu-stellen, bietet der neue Ausstellungsbereich weitere Anlässe der Partizipation. Ein Fotoaufruf lädt alle Berlinerinnen und Berliner dazu auf, ein persönliches Bild der eigenen Einschulung unter www.ersterschultag.stadtmuseum.de hochzuladen und online sowie im Museum zu präsentieren.

Zusammen mit dem erfolgreichen Museumslabor tragen die [Probe]Räume auf vielfältige Weise dazu bei, der weiter steigenden Nachfrage nach den Vermittlungsangeboten im Stadtmuseum Berlin gerecht zu werden. Sie richten sich dabei explizit an alle Museumbesucherinnen und -besucher und sind insbesondere für Familien geeignet. Für Gruppen stehen zudem Workshop-Räume zur Verfügung, in denen die Inhalte vertieft werden können.

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Kontakt

Judith Kuhn

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

030 24002 215