Beginn:  
04.09.2015
  |   Ende:  
31.01.2016

Tanz auf dem Vulkan

Das Berlin der Zwanziger Jahre im Spiegel der Künste

„Tanz auf dem Vulkan“ ist nicht nur eine Berliner Filmproduktion aus dem Jahr 1938. Der Titel beschreibt auch wie kein zweiter Begriff das Lebensgefühl und die gesellschaftliche Situation in den Jahren ab 1920, insbesondere in der pulsierenden Metropole Berlin. Es war eine zerrissene Zeit zwischen Monarchie und Diktatur, zwischen Luxus und Elend, zwischen Krieg und Frieden. Doch angefeuert von den sozialen und politischen Verwerfungen der Weimarer Republik war es wie kaum eine andere Epoche auch eine Zeit überbordender Vielfalt in allen Bereichen der Kultur, wie die Ausstellung im Ephraim-Palais zeigt.

Hochkarätige Gesamtschau

Die Folgen der Novemberrevolution und die Krisen der Weimarer Republik ließen mit Beginn der zwanziger Jahre ein hedonistisches, hektisches, oft überdrehtes Lebensgefühl aufkommen. Es äußerte sich in der Jagd nach Unterhaltung, in den grotesken Tanzbewegungen des Charleston, im Exhibitionismus der Burlesque, im Spott des Cabaret, im kunterbunten Mix des Varieté oder im provozierenden Styling der „Neuen Frau“, kurz: im sprichwörtlichen Tempo der Großstadt. Berlin war plötzlich das Zentrum der Avantgarde auf allen Gebieten der bildenden, der angewandten und der darstellenden Künste.

Der Sensationsartist Kurt Kunau auf dem Berliner Dom, 1927 © Stadtmuseum Berlin | Foto: Atlantic-Photo-Co., Berlin

Bisher fehlte ein umfassender Überblick über das kreative Schaffen dieser Zeit. Mit 500 Werken von rund 200 Malern, Grafikern, Fotografen, Kunsthandwerkern und Modeschöpfern wirft die Ausstellung deshalb einen differenzierten Blick auf die Epoche der nicht immer „goldenen“ Zwanziger. Sie vermittelt ein Gefühl für den Zeitgeist dieser Ära und gibt eine Ahnung von dem Verlust, den auch die Kultur durch die Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten erlitt.

Zu sehen sind Werke so bekannter Kunstschaffender wie Otto Dix, George Grosz, Käthe Kollwitz, Max Beckmann und Wilhelm Lehmbruck. Darüber hinaus gibt es viel Neues zu entdecken, etwa die traumatischen Schilderungen von Aufruhr und Lustmord des Grafikers Bruno Böttger-Steglitz oder atemberaubende Werbefotografie von Max Grünthal alias Mac Walten.

Die Ausstellung erstreckt sich auf zwei Etagen des Ephraim-Palais. Parallel zeigt die Schau IA–Duft – Schwarzlose & Das Berliner Parfüm in der dritten Etage die luxuriöse Seite der Zwanziger Jahre.

Breit gefächertes Begleitprogramm

Noch heute üben die Zwanziger Jahre auf viele, nicht selten junge Menschen einen unwiderstehlichen Reiz aus – ob auf Kunstbegeisterte, Musikliebhaber oder Cineasten. Gemälde, Skulpturen und Collagen locken Besucher in die Museen, Interpreten alter Schlager und Chansons füllen Säle, Literatur der Zwanziger erlebt Neuauflagen und sogar neue Stummfilme entstehen. Auch in der Subkultur finden die Zwanziger ihren Widerhall: In größeren Städten feiert man Zwanziger-Jahre-Partys, trifft sich in zeitgenössischer Kleidung zum Rollenspiel oder zum Krimi-Dinner im Stile der 1920er. 

Entsprechend breit gefächert ist unser Programm rund um den „Tanz auf dem Vulkan“. Es reicht von Stadtführungen zu berühmten Straßen und Plätzen der 1920er Jahre über Symposien und Stummfilm-Vorführungen bis hin zur Schellackplatten-Party und einer Hörspielnacht. Zum Abschluss erwartet Sie bei der großen Finissage im Ephraim-Palais ein abwechslungsreiches Pogramm mit Führungen und weiteren Veranstaltungen rund um die „neue Frau“.

Das vollständige Begleitprogramm zur Ausstellung mit allen Terminen und Veranstaltungsorten im Überblick finden Sie hier. 

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Ephraim-Palais

Öffnungszeiten

Di, Do–So 10–18 Uhr | Mi 12–20 Uhr

Bitte beachten Sie auch unsere Sonderöffnungszeiten an Feiertagen.

 

Eintrittspreis

6,00 / erm. 4,00 Euro
bis 18 Jahre Eintritt frei
jeden 1. Mittwoch im Monat Eintritt frei 

Barrierefreiheit

Details auf Mobidatgeprüft barrierefrei

Adresse

Poststraße 16
10178
Berlin
VIDEO
Ephraim-Palais
„Tanz auf dem Vulkan“

Impressionen aus der Ausstellung über das Berlin der Zwanziger Jahre im Spiegel der Künste

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